
Der heilige Bernhard von Clairvaux (1090 bis 1153)
und der zweite Kreuzzug
Bernhard entstammte burgundischem Hochadel und wurde 1090 auf Schloß Fontaines-lês-Dijon geboren,
1112 trat er in das Kloster Citeaux ein und wurde von dort 1115 zur Gründung eines Zisterzienserklosters nach Clairvaux gesandt.
Hauptanliegen war Bernhard die Reinerhaltung der Glaubenslehre. Öffentlich und entschieden tritt er gegen die Irrlehren seiner Zeit auf. Deshalb beauftragte ihn der seligen Papst Eugen III., als Buß- und Kreuzprediger ein Heer zusammenzupredigen, zur Verteidigung des bedrohten Jerusalems nach dem Fall Edessas 1144, des christlichen Hauptstützpunktes in Jerusalem.
Es gelang Bernhard, die Menschen so zu begeistern und wunderwirkend zu überzeugen, daß ein Kreuzzugheer von über 100.000 Mann im Jahre 1147 die Fahrt ins Heilige Land antrat.
Wo Bernhard nicht persönlich predigen konnte, beauftragte er andere Bußprediger, oder schrieb Briefe, mit denen er auch die Engländer, Spanier, Italiener, Böhmen, Mähren, Polen und Dänen gewann.
Bereits um 1130 schrieb Bernhard auf Bitten von Hugo von Payns, Ordensoberer der Tempelherren, eine Ermutigung an die Tempelritter zum Kampf gegen den Islam:
- Einmal, zweimal, ja, wenn ich mich nicht täusche, dreimal hast du, verehrter Hugo, gebeten, ich möge für dich und deine Gefährten eine Aufmunterungsschrift verfassen und gegen den feindlichen Tyrannen (den Islam) wenigstens die Feder führen, da ich das Schwert nicht schwingen darf. Du meinst, ich würde auch ohne Waffen nicht wenig unterstützen können, wenn ich durch meine Schriften euch begeistere.
Es ist wahr, ich habe eine Zeit lang gezögert. Der Grund liegt nicht darin, daß ich etwa deine Bitten nicht beachtete, sondern darin, daß ich nicht unüberlegt und voreilig handeln und ohne genügende Vorkenntnisse etwas in die Hand nehmen wollte, was ein Gutunterrichteter besser erledigt hätte. Ich hätte diese wichtige Angelegenheit nur in eine ungünstige Lage gebracht.
Da ich jedoch vergebens auf einen anderen wartete, habe ich nach Kräften das meinige getan.
Bernhard hat sich demnach intensiv mit der Irrlehre des Islam auseinandergesetzt.
Auf dem Reichstag in Vezelay im Jahre 1146 heftet Bernhard dem französischen König Ludwig VII. persönlich das erste weiße Kreuz an, das Kennzeichen der Kreuzritter, später auch den Fürsten, Bischöfen, Äbten, Priestern, Mönchen und einem Heer einfacher Leute aus dem Volk.
Bernhard reist in Frankreich, Deutschland und Flandern von Ort zu Ort, um zum Kreuzzug aufzurufen. An den Grafen der Betragne schreibt er:
- Der König hat mit vielen Vornehmen und zahlreichem Volk das Kreuz angenommen. Die Kunde von diesem Ereignis ist durch das ganze Land gedrungen und von allen Seiten strömt man herbei, um auf Stirn und Schultern das Zeichen des Heils zu empfangen. ...
Laßt euren König, den König der Franken, oder vielmehr den König des Himmels selbst, für den er den mühevollen Zug unternimmt, nicht im Stich. ...
Verteidigt die Stätten, an denen eurer Heiland euch erlöste. Die Heiden sollen nicht sagen: Wo ist ihr Gott?
Zu Siegern auf Erden und Heiligen im Himmel mache euch der Bräutigam der Kirche, der Sohn Mariens, der Herr, unser Gott.
An Papst Eugen III. berichtet Bernhard:
- Ihr habt befohlen und ich habe gehorcht, und Euer Ansehen hat meinen Gehorsam fruchtbar gemacht. Ich habe den Kreuzzug gepredigt, und die Zahl der Teilnehmer wächst über alle Maßen. Städte und Burgen leeren sich, und schon kommt ein Mann auf sieben Frauen. Allenthalben trifft man Witwen, deren Männer noch leben.
Einstimmig wird Bernard in der Versammlung von Chalon zum obersten Feldherrn aller Kreuzzugheere gewählt. Bernhard lehnt ab. Er schreibt an den Papst:
- Eure Heiligkeit hat gewiß erfahren, daß die Versammlung von Chalon mich als Haupt des neuen Kreuzzuges ernannt hat. Darüber kann ich mich nicht genug wundern.
Glaube mir bitte, daß ich mit dieser Wahl nichts zu tun habe. Sie steht im krassen Gegensatz zu all meinen Wünschen und übersteigt bei weitem meine Kräfte. Bin ich etwa geeignet, an der Spitze einer Armee zu marschieren und im Felde zu befehligen? Du bist zu weise, als daß ich Dir eingeben müßte, was Du von alledem, halten sollst.
Ich bitte Dich nur im Namen der Liebe, die Du mir ganz besonders schuldest (Papst Eugen III. war Zisterzienser und Schüler des heiligen Bernhard) mich nicht den Launen und Einfällen der Menschen preiszugeben. Mögest Du das Licht des Himmels herabrufen, wie es Deine Pflicht in dieser Angelegenheit mehr als in jeder anderen ist, und dann dazu beitragen, daß Gottes Wille auf Erden geschehe, wie er im Himmel geschieht.
Von Frankreich zog Bernhard als Prediger nach Deutschland um Kaiser Konrad III. (1093-1152) zu gewinnen, ein deutsches Kreuzzugheer aufzustellen.
Der Kaiser bittet den Heiligen, seine Kreuzzugpredigt auch in Konstanz zu halten. Ihr Inhalt ist überliefert:
- Was tut Ihr, tapfere Männer? Was tut Ihr, Diener des Kreuzes? So wollt ihr das Heiligtum den Hunden und die Perlen den Säuen geben? Wie viele Sünder haben dort im Heiligen Land ihre Sünden mit Tränen gebeichtet und Verzeihung erlangt, seit das Schwert der Väter den Heiden-Unrat hinausgeworfen hat?
Der Böse sieht das und schaut scheel darauf; er knirscht mit den Zähnen und erbleicht; er rührt die Gefäße seiner Bosheit und wird gewiß weder Zeichen noch Spur von so viel Frömmigkeit übriglassen, wenn er jemals – Gott verhüte es – stark genug wird, jenes Allerheiligste zu gewinnen.
Das wäre dann für alle zukünftigen Zeiten ein unheilbarer Schmerz und unersetzlicher Schaden; für dies Geschlecht aber, dies ganz unfromme, wäre es unendliche Scham und allewiger Vorwurf.
Weil Euer Land an tapferen Männern fruchtbar ist und kräftig durch die Fülle seiner Jugend – wie wenn durch alle Welt Euer Preis geht und der Ruhm Eures Heldentums die ganze Erde erfüllt hat – so gürtet auch Ihr Euch mannhaft und ergreift die glücklichen Waffen im Eifer für Christi Namen.
Enden möge jene Ritterart, nein, Ritterunart von ehedem, nach der Ihr einander zu werfen, einander zu verderben pflegt und einer den anderen umbringt. Welch grausame Lust reizt die Unseligen, daß sie mit dem Schwert den Körper ihres Nächsten durchbohren und vielleicht seine Seele mit ins Verderben stürzen!
Auch der Sieger kommt jedoch nicht davon; auch durch seine Seele fährt ein Schwert, wenn er über eines Feindes Tötung sich freut. Wahnsinn ist es, nicht Mut, solch einem Unrecht zu frönen; keiner Kühnheit, sondern nur der Betörtheit soll man es zuschreiben. Du tapferer Ritter, Du Mann des Krieges, jetzt hast Du eine Fehde ohne Gefahr, wo der Sieg Ruhm bringt und der Tod Gewinn. ...
Bernhards Predigten waren von zahlreichen Wundern begleitet. Er heilte Blinde, Taube, Lahme durch seinen Segen, das „Zeichen des Lebens“, wie einer seiner Begleiter schrieb, aber auch oft nur durch Berührung mit einem Stab. Tausende ließen sich das Kreuz anheften. Nur der Kaiser zögerte noch immer, bis ihn Bernhard im Speyerer Dom persönlich ansprach:
- Dich, Kaiser Konrad, Dich rufe ich! Dich spreche ich an, im Namen Jesu Christi, des Richters der Lebendigen und der Toten! Gott hat Dir alles gegeben, um was Du ihn gebeten hast und mehr: Krone und Reichtum, Rat und Kraft der Seele, Gesundheit des Leibes.
Und Du? Vor Dir steht Dein Herr und Richter, er spricht Dich an: „O Mensch, was hätte ich für Dich tun sollen, was ich nicht getan habe?“ Was er von Dir fordert ist, daß Du die heilige Erde, auf welcher der Fuß Seines Sohnes gewandelt ist, auf der er lehrte, starb und auferstand, für alle Zeiten befreist.
Diesem Anruf konnte sich Kaiser Konrad nicht mehr entziehen. „Ich erkenne, daß Gott große Gnaden an mir getan! Mit der Hilfe des Herrn werde ich mich ihrer nicht unwürdig erweisen. Ich bin bereit, mein Leben dem Herrn zu weihen und mich dahin zu begeben, wohin Er mich ruft!“
Bernhard heftete ihm, den Fürsten und dem Volk das Kreuz an und ritt weiter nach Bingen zur heiligen Hildegard, die ihm vor einiger Zeit geschrieben hatte mit der Anrede: „Ehrwürdiger Vater, der Du mit erhabenem Eifer und glühender Liebe zu Jesus Christus jetzt Streiter und die Fahnen des heiligen Kreuzes sammelst!“ Nach einer Bitte um sein Gebet endete das Schreiben mit dem Gruß: „Lebe wohl“ Sei mutig und tapfer im heiligen Kampf!“
Im Mai 1147 steht ganz Europa unter Waffen. Mehrere dicke Bände, die die wunderbaren Krankenheilungen des heiligen Bernhard in Verbindung mit seinen Kreuzzugspredigten aufgezeichnet hatten, wurden dem französischen König überreicht. Alle waren sicher, daß Gott diesen Kreuzzug wollte.
Papst Eugen III. kam selber nach Frankreich, um den Abzug des Heeres zu segnen und dem König den Pilgerstab und die Wandertasche zu überreichen.
Der Sieg im Heiligen Land wurde ihm nicht zuteil. Im Frühjahr 1149 kehrte Kaiser Konrad mit nur einigen hundert Kämpfern als geschlagener Mann nach Deutschland zurück. Die Enttäuschung über den Mißerfolg entlud sich gegen Bernhard.
Bernhard selber schwieg – ein Jahr lang auch gegenüber dem Papst, der ebenfalls ein Jahr lang schwieg, weil auch er den Mißerfolg nicht deuten konnte.
Dann richtete Bernhard die Schrift
Über die Betrachtung an den Papst:
- Wir haben den Frieden verkündigt, und es ist kein Friede. Wir haben Ruhe versprochen und sind in Unruhe. Haben wir also unüberlegt und nach unserem eigenen Willen gehandelt? Haben wir nicht Deine oder vielmehr Gottes Befehle befolgt, indem wir die Deinen befolgten ...?
Bernhard erinnert daran, daß die Israeliten in der Wüste durch ihren Sünden umkamen, obgleich sie auf Gottes Geheiß losgezogen waren. Sünde, Leidenschaft und Raubgier hatten auch das christliche Heer vor Gottes Augen unwürdig erscheinen lassen und zu Fall gebracht. Bernhard beruft sich auf das Zeugnis seines Gewissens. Er schreibt:
- Ich frage nicht viel danach, ob ich von denjenigen verdammt werde, welche das Gute bös, das Böse gut heißen und das Licht für die Finsternis, und die Finsternis für das Licht halten.
Wenn notwendig eines von beiden Übeln eintreten muß, so will ich lieber, daß die Menschen gegen mich murren als gegen Gott. Ich ertrage gern die Lästerungen und die Schimpfreden der Gottlosigkeit, sofern sie sich gegen mich und nicht gegen Gott richten. Es ist mir eine außerordentliche Ehre, auf diese Art Jesus Christus ähnlich zu werden.
Bernhard sieht den Ausgang dieses in Gott begonnenen Heerzuges anders, als irdische Augen ihn sehen. Ihm ging es um die Seelen und die Rettung der Seelen. Wieviel Tausende und Abertausende waren für Christus aufgebrochen, wollten ehrlichen Herzens ihr Leben für Christus hingeben, waren für ihn gefallen und darum ewig gerettet. Hatten sie aber unterwegs gesündigt, so war die Sünde durch ihren Tod gesühnt. Diesen Gedanken hatte Bernhard schon bei der Kreuzzugspredigt vertreten, als er wiederholt gesagt hatte:
- Ist es nicht ein wunderbarer Weg des Heils, welchen Gott den Verbrechern öffnet, da er den Mördern, Räubern, Ehebrechern, Meineidigen, den Übeltätern, welche die Gesellschaft ausstößt, die Mittel darbietet, zu kämpfen und für eine heilige Sache zu sterben?
Bestätigt wurde Bernhard durch einen Brief von Abt Johannes des Zisterzienserklosters Casa Maria. Er berichtet Bernhard von einer Vision, die er in Bezug auf den Kreuzzug gehabt hatte und schreibe:
- Man erzählt mir, daß Du, mein liebenswürdigster Vater, immer noch niederschlagen bist wegen der großen Angelegenheit. Ich meine nämlich den Zug nach Jerusalem, der den gehofften Erfolg nicht gehabt hat.
Deshalb wage ich es in Demut, Dir zu erklären, was Gott mir in dieser Hinsicht ins Herz gelegt hat, währen ich mich angelegentlich damit beschäftigte, in der Erwägung, daß der Herr bisweilen den Kleinen offenbart, was er den ausgezeichnetsten Menschen verbirgt.
Ich denke, mein teuerster Vater, daß der Allmächtige viel Frucht aus diesem Kreuzzug gewonnen hat, obschon nicht auf die Art, wie die Kreuzfahrer es sich vorstellten.
Hätten sie sich als Christen rechtschaffen betragen, so wäre der Erlöser mit ihnen gewesen und hätte ihre Waffen triumphieren lassen. Aber da sie sich dem Verbrechen überließen und Gott die Unordnungen voraussah, in welche sie verfallen würden, so benutzte die Vorsehung gerade diese Ereignisse zu den Absichten ihrer Barmherzigkeit.
Sie sandte ihnen Trübsale und Plagen, damit sie, durch das Kreuz gereinigt, in das Himmelreich gelangen können.
Viele von denjenigen, welche vom Kreuzzug zurückkehrten, haben uns gestanden, daß sie eine große Anzahl derselben sterben sahen, welche sich ihres Todes freuten, aus Furcht, wieder in ihre Sünden zurückzufallen, wenn sie nach Europa heimkehrten.
Damit Dir über das, was ich behaupte, kein Zweifel übrig bleibe, will ich Dir, als meinem geistlichen Vater, unter dem Siegel der Beichte anvertrauen, daß die heiligen Martyrer Johannes und Paulus, die zwei Patrone unserer Kirche, uns mehr als einmal besucht haben. Und da ich sie unlängst fragte, was man von dem Kreuzzug halten müsse, antworteten sie:
- „Eine große Zahl der Christen, die in dem heiligen Kampf starben, sind berufen worden, die Stelle der gefallenen Engel einzunehmen.“
Du sollst auch wissen, daß sie von Dir mit großen Beweisen der Achtung sprachen und Dein nahes Ende vorhersagten.
Weil nun diese Unternehmung ihren Zweck erreicht hat, allerdings nicht nach der Ansicht der Menschen, aber nach dem Plane Gottes, so steht es Deiner Weisheit an, Dich in Demjenigen zu trösten, dessen Ruhm Du einzig suchst.
Bernhard starb am 20. August 1153 in Clairvaux, wurde 1174 heiliggesprochen und 1830 durch Papst Pius VIII. zum Kirchenlehrer erhoben.
(Index)

Der heilige Franziskus von Assisi
(1181/82 bis 1226)
Franziskus, geboren 1181 oder 1182 in Assisi als Sohn eines reichen Tuchhändlers, war ein lebenshungriger junger Mann. In einer schweren Krankheit erkannte er sein Leben als im Wohlstand vergeudet und betete lange um die Erkenntnis des Willens Gottes. Dieser offenbarte sich ihm bei einer heiligen Messe am 24. Februar 1209, als der Priester die Worte des Evangeliums vorlas:
- Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und die Kranken zu heilen, und sprach zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche, weder Brot noch Geld; auch nicht zwei Röcke sollt ihr haben (Lk 9,2 f).
Nachdem der Priester diese Worte vorgelesen hatte, rief Franziskus aus: „Das ist es, was ich begehre! Das ist es, wonach ich von ganzem Herzen verlange!“
In wenigen Jahren hatte Franziskus 5000 Jünger um sich gesammelt, die nach seinem Vorbild als Bettelmönch, sogenannte Minderbrüder, in Armut, Keuschheit und Gehorsam leben und Menschen zu Christus führen wollten.
Zwei Jahre vor seinem Tod bat Franziskus Christus, Er möge ihn an Leib und Seele so vollkommen wie möglich die Schmerzen fühlen lassen, die Er in Seinem bitteren Leiden ausgestanden hat.
Gott erhörte sein Gebet und prägte ihm die Wundmale Christi an Händen, Füßen und der Seite ein.
Das
16. Kapitel seiner Ordensregel widmete der heilige Franziskus der Missionsarbeit unter den Muslimen. Dort heißt es:
- Der Herr sagt: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid daher klug wie Schlangen und einfältig wie Tauben.
Daher soll jeder Bruder, der unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen will, mit der Erlaubnis seines Ministers und Dieners (Ordensobere) gehen. Und der Minister soll ihnen ohne Widerspruch die Erlaubnis geben, wenn er sieht, daß sie tauglich sind, geschickt zu werden ...
Die Brüder aber, die hinausziehen, können in zweifacher Weise unter ihnen geistlich wandeln.
Eine Art besteht darin, daß sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern um Gottes Willen jeder menschlichen Kreatur untertan sind und bekennen, daß sie Christen sind.
Die andere Art ist die, daß sie, wenn sie sehen, daß es dem Herrn gefällt, das Wort Gottes verkünden.
Sie (die Muslime) sollen glauben an den allmächtigen Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, den Schöpfer aller Dinge, an den Sohn, den Erlöser und Retter, und sie sollen sich taufen lassen und Christen werden; denn wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen ...
Und alle Brüder, wo auch immer sie sind, sollen bedenken, daß sie sich dem Herrn Jesus Christus übergeben und Ihm ihre Leiber überlassen haben. Und um Seiner Liebe willen müssen sie sich den sichtbaren wie den unsichtbaren Feinden aussetzen; denn der Herr sagt: „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es retten zum ewigen Leben.“
Im Jahre 1219 zog Franziskus zum Oberbefehlshaber des muslimischen Heeres im 5. Kreuzzug, Sultan Al Malek Al Kamil. Der Franziskaner Thomas von Celano (um 1190 bis 1260), Zeitgenosse und Biograph des heiligen Franziskus, schreibt:
- Im dreizehnten Jahr seiner Bekehrung zog er (Franziskus) nach Syrien, wo täglich heldenhafte und erbitterte Kämpfe zwischen Heiden und Christen ausbrachen. Er hatte einen Gefährten mitgenommen und fürchtete sich nicht, vor das Antlitz des Sultans der Sarazenen hinzutreten.
Wer könnte schildern, mit welch aufrechter Seelenhaltung er vor ihn hintrat, mit welcher Geisteskraft er zu ihm sprach, mit welcher Beredsamkeit und Zuversicht er denen Rede und Antwort stand, die nur Hohn und Spott hatten für das christliche Gesetz?
Denn ehe er zum Sultan vorgelassen wurde, nahmen ihn dessen Leute gefangen, überhäuften ihn mit Schmähungen und mißhandelten ihn mit Schlägen. Doch er ließ sich nicht abschrecken. Man stellte ihm Marterqualen in Aussicht, doch er kannte keine Furcht. Selbst als man ihm mit dem Tode drohte, erschrak er nicht.
Wenn er auch von vielen, die ihm ganz und gar feindselig gegenüberstanden, geschmäht wurde, so wurde er dennoch vom Sultan höchst ehrenvoll empfangen. Er ehrte ihn, wie er nur konnte, und ging darauf aus, durch zahlreiche ihm dargebrachte Geschenke sein Herz den Gütern der Welt zugänglich zu machen.
Als er jedoch sah, daß er mit großer Entschiedenheit alles wie Kot erachtete, wurde er von höchster Bewunderung erfüllt und betrachtete ihn wie einen Mann, der seinesgleichen auf der Erde nicht hat. Seine Worte machten tiefen Eindruck auf ihn, und er hörte ihm sehr gerne zu.
Bei all dem erfüllte der Herr des Heiligen Wunsch nicht, sparte ihm aber den Vorzug einer einzigartigen Gnade auf.
Im Jahre 1260 beauftragte das Generalkapitel der Franziskaner den heiligen Bonaventura, eine neue Lebensbeschreibung des heiligen Franziskus zu verfassen. Bonaventura tut dies mit großer Gewissenhaftigkeit.
Er berichtet, daß – auf persönliche Befragung des Bruder Illuminatus, der Franziskus zum ägyptischen Sultan begleitet hatte – Franziskus zum Beweis der Wahrheit des christlichen Glaubens dem Sultan die Feuerprobe vorgeschlagen hatte, die im Mittelalter praktiziert wurde. Wer – so die Auffassung – beim Schreiten zwischen brennenden Holzstößen unverletzt blieb oder seine Hand unverletzt aus dem Feuer zog, hatte die Wahrheit gesprochen.
Der Sultan lehnte ab mit der Begründung, seine Leute würden ihn dafür steinigen.
Die Aufforderung des Sultans dagegen, mit muslimischen Gelehrten über Glaubensfragen zu dialogisieren, lehnte Franziskus ab mit der Begründung, dies sei zwecklos, weil der christliche Glaube nun einmal nicht mir der Vernunft erfaßbar sei und eine gemeinsame Gesprächsbasis fehle.
Franziskus kehrte erfolglos ins christliche Heerlager zurück.
(Index)
Die ersten Martyrer des Franziskanerordens
Die ersten Franziskaner-Martyrer, die von Muslimen umgebracht wurden, sind
die Heiligen Berard, Petrus, Adiutus, Accursius und Otho.
Papst Sixtus IV, ordnete das Fest ihres Martyriums im Jahre 1481 für die ganze Kirche an, und zwar für ihren Todestag, den 16. Januar.
Der heilige Franziskus selbst hatte beim Generalkapitel 1219 diese ersten Missionare ausgewählt und mit folgenden Worten nach Spanien und Marokko in die Muslim-Mission geschickt:
- Meine lieben Söhne, man hat mir aufgetragen, euch in das Land der Sarazenen zu senden, damit ihr predigt, den Glauben bekennt und das Gesetz des Mohammed bekämpft. Tragt immer bei euch die Regel und das Brevier. Gehorcht in allem dem Bruder Vitalis als eurem ersten Bruder.
Meine Söhne, ich freue mich über euren guten Willen, aber die Liebe, die ich für euch habe, macht die Trennung von euch bitter. Ich bitte euch, habt immer das Leiden des Herrn vor euren Augen. Es wird euch stärken und euch den Mut geben, mit Ausdauer für ihn zu leiden.
In Sevilla abgekommen, begeben sich die Franziskanerbrüder zuerst in die Hauptmoschee, werden von den Muslimen mit Schlägen und Stößen hinausgetrieben, erreichen es, vom Kalifen empfangen zu werden und predigen ihm:
- Wir sind Christen und kommen von Rom. Uns schickt der König der Könige, unser Gott und Herr. Er will das Heil deiner Seele. Verlasse die falsche Lehre Mohammeds, und glaube an den Herrn Jesus Christus und empfange die Taufe, denn ohne sie kannst du nicht gerettet werden.
Der Kalif befiehlt, die Mönche zu enthaupten. Die Brüder lassen sich nicht entmutigen:
- Unsere Leiber sind in deiner Hand, aber unseren Seelen kannst du nichts anhaben. Schick uns, wohin du willst. Wir sind bereit, für Christus zu sterben.
Auf Beschluß des Ältestenrates werden sie ins Exil nach Marokko geschickt. Auch hier verkünden sie unerschrocken öffentlich das Evangelium Jesu Christi. Der Sultan von Marokko läßt sie ins Gefängnis werfen. Auch dort predigen sie den Häftlingen und Aufsehern den Glauben an Jesus Christus und verkünden:
- Die Wahrheit lautet: Glaubt an den einen Gott, der Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, und glaubt, daß der Sohn Mensch wurde, daß er zum Heil aller gekreuzigt wurde. Diejenigen, die nicht an ihn glauben, sind zum ewigen Feuer verdammt.
Dreißig Muslime foltern die Mönche, schleifen sie gefesselt über den Boden, schlagen sie so heftig, daß die Eingeweide hervortreten, begießen ihre Wunden mit Essig und heißem Öl und ziehen sie über Glasscherben.
Blutig und nackt werden sie dem Sultan vorgeführt. Dieser macht einen letzten Versuch: „Wenn ihr euch zu unserem Glauben bekehrt, gebe ich euch diese Frauen. Dazu noch viel Geld, und ihr sollt in meinem Reich Ehrenposten bekommen.“
Die Antwort der Franziskanermönche:
- Behalte deine Frauen und dein Geld. Wir verachten das alles um Christi willen. Unsere Seelen sind in Gottes Hand.
Mit seinem Säbel spaltet der Sultan persönlich den Mönchen die Köpfe. Seine Frauen werfen diese und die Leichname der Brüder über die Stadtmauer von Marrakesch.
Es ist der 16. Januar 1220.
(Index)

Der heilige Thomas von Aquin
um 1226 bis 1274
Thomas von Aquin wurde um 1226 in der Lombardei geboren. Er trat in den Orden der Dominikaner ein, lehrte als Professor der Theologie in Paris und Neapel und wurde als Lehrer an den päpstliche Hof unter den Päpsten Urban IV. und Klemens IV. bestellt.
Sein geniales und in besonderer Weise katholisches theologisch-philosophisches Werk machte Thomas als «doctor angelicus», als «engelgleichen Lehrer» bekannt.
Im Jahre 1323 sprach ihn Papst Johannes XXII. heilig. 1567 erhob ihn Pius V. zum Kirchenvater und 1880 Leo XIII. zum Patron aller katholischen Hochschulen.
Mit dem Islam setzt sich Thomas von Aquin in der
Summa contra gentiles – Summe gegen die Heiden auseinander, die er auf Bitten des heiligen Raimund von Peňafort verfaßte mit Blick auf die Muslim-Mission in Spanien.
Thomas beurteilt den Islam als heidnische Religion. Er erklärt, daß Mohammed für die Richtigkeit seiner Lehre keine Beweise erbracht habe,
eher könne man sagen, daß er das Wahre, das er gelehrt hat, mit vielen Fabeleien und völlig falschen Lehren vermischt hat.
Seine kleine Schrift
De rationibus fidei – Zur Begründung des Glaubens schreibt Thomas, seiner »Summa contra gentiles» eng angelehnt, ebenfalls als Lehrbuch für die Muslim-Mission. Er sagt darin unter anderem:
- Der christliche Glaube besteht hauptsächlich im Bekenntnis zur Heiligen Dreifaltigkeit und besonders rühmt er sich des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, denn das Wort des Kreuzes ist, wie Paulus sagt, wenn es auch für die, die verlorengehen, eine Torheit ist, doch für die, die gerettet werden, das sind wir, eine Gotteskraft.
Unsere Hoffnung besteht ferner in zweierlei, nämlich darin, was man nach dem Tod erwartet und in der Hilfe Gottes und in diesem Leben durch Werke des freien Willens zukünftige Glückseligkeit zu erwerben.
Dies ist es ja, was von den Ungläubigen bekämpft und verspottet wird: Die Sarazenen spotten nämlich darüber, daß wir Christus als Sohn Gottes bezeichnen, wo doch Gott keine Frau habe. Und sie betrachten uns als verrückt, weil wir uns zu drei Personen in Gott bekennen; denn sie glauben, daß wir uns dadurch zu drei Göttern bekennen.
Sie spotten auch darüber, daß wir behaupten, Christus, der Sohn Gottes, sei zur Erlösung des Menschengeschlechts gekreuzigt worden, weil, wenn Gott allmächtig sei, er das Menschengeschlecht ohne das Leiden seines Sohnes hätte erlösen können; er hätte den Menschen auch gleich so erschaffen können, daß er nicht sündigen könne. ...
Als erstes muß bedacht werden, daß der Spott, mit dem uns die Sarazenen verfolgen, weil wir Christus als Sohn Gottes betrachten, als ob Gott eine Frau gehabt habe, seinerseits lächerlich ist: denn weil sie selbst dem Irdischen verhaftet sind, können sie sich nur Dinge vorstellen, die aus Fleisch und Blut bestehen. ...
Gott aber besitzt keine körperliche Natur, so daß er seiner Frau bedürfte, mit der er sich zur Zeugung eines Nachkommen vereinigen müßte; er besitzt vielmehr eine geistige bzw. vernunftgemäße Natur, ja sogar eine, die über alle Vernunft hinausgeht; daher ist bei ihm die Zeugung gemäß dem zu verstehen, was einer geistigen Natur angemessen ist. ...
In gleicher Verblendung ihres Geistes verspotten die Sarazenen den christlichen Glauben, wonach Christus, der Sohn Gottes, gestorben ist, denn die Tiefe dieses großen Mysteriums können sie nicht begreifen.
Thomas erklärt den christlichen Glauben unter dem Leitsatz des heiligen Apostels Paulus: «Seid immer bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der von euch Rechenschaft fordert über das, was an Hoffnung und Glauben in euch ist.
(Index)
Wilhelm von Tripolis
13. Jahrhundert
Wilhelm von Tripolis hat in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelebt. Sein Geburts- und Todesjahr sind unbekannt.
Gesichert ist, daß er als Dominikaner in den Bullen des Papstes Urban IV. im Jahr 1264 Anweisungen erhielt, als päpstlicher Nuntius in den Kreuzfahrerstaaten zu wirken. Wilhelm war einer der gelehrtesten Dominikaner seiner Zeit.
Über den Islam schrieb Wilhelm die Werke:
- Notitia de Machometo et de Libro Legis qui dicitur Alkoran et de Continentia eius et quid dicut de fide Domini nostri Jesu Christi – Denkschrift über Muhammad und sein Gesetzbuch, den Koran, über dessen Inhalt und darüber, was er vom Glauben unseres Herrn Jesus Christus sagt
- De statu Sarracenorum et de Machometo Pseudopropheta eorum et de ipsa gente et eorum lege – Über die Lage der Sarazenen und über Muhammad, ihren falschen Propheten, über das Volk selbst und über sein Gesetz
Den Islam nennt Wilhelm schauderhafte, von Teufeln und geistesgestörten Menschen erdachte Erfindung und Irrlehre und Mohammed charakterisiert er als Wüstling, Trunkenbold, Mörder, Räuber und Tyrann.
Denkschrift über Muhammad und sein Gesetzbuch, den Koran, über dessen Inhalt und darüber, was er vom Glauben unseres Herrn Jesus Christus sagt
- Alle Sarazenen hoffen auf das Paradies, von dem sie behaupten, es sei größer als der Himmel und die Erde zusammen.
Die Glückseligkeit des Paradieses liegt, so sagen sie, im höchsten Genuß von Essen, Trinken und Beischlaf. Dieser Koran verspricht nämlich, es gebe dort eine reichhaltige Menge aller erdenklichen Früchte, die der Boden hervorbringt, auf dem die Bäume immer überladen sind; und das ganze Jahr hindurch sei es dort immer Erntezeit.
Es ist nicht notwendig, daß man die Hand nach einer Frucht zum Ast hinstreckt, weil in seiner Vollkommenheit der Ast selbst die gewünschte Frucht dem Mund darbieten wird, ohne Mühe; es gibt keinerlei Mangel, noch ein Ausscheiden von Exkrementen, und dies ist ein göttliches Geschenk.
Außerdem verspricht der Koran, es werde dort vier Paradiesflüsse geben, welche unterhalb und um die Seligen herum fließen: einer wird voll Wein sein, der zweite voll Wasser, der dritte voll Milch und der vierte voll Honig, gemäß jener Verkündung, die Moses zuteil wurde: «Ich werde dir ein Land geben, in dem Milch und Honig fließen.»
Außerdem verspricht der Koran jedem Seligen 99 Jungfrauen zum himmlischen Genuß; und zu jeder Stunde erscheinen sie durch Gottes Wirken erneut als Jungfrauen ohne den geringsten Makel. Und das, so sagen die Gelehrten der Sarazenen, offenbarte der Engel Gabriel dem Propheten Muhammad.
Als nämlich einmal eine feindliche Stadt erobert, besetzt und geplündert worden war und anschließend die Beute aufgeteilt wurde, da fiel dem Propheten Muhammad als Anteil genau diese Zahl von Jungfrauen zu, die er alle in der folgenden Nacht erkannte.
Am nächsten Morgen unterhielten sich die Gefährten darüber, wie viele Mädchen jeder von ihnen erkannt hatte. Da sagte Muhammad:
- „Ich habe zugunsten eurer Glückseligkeit alle die meinen erkannt, weil der Engel Gabriel neben mir stand und mir versicherte, daß jeder von euch im Paradies ebenso viele Jungfrauen als Geliebte besitzen wird.“
Von solchen schauderhaften. von Teufeln und geistesgestörten Menschen erdachten Erfindungen und Irrlehren handelt das erwähnte Buch, wo es um den Sarazenen eigene Lehren geht. ...
Auch waren alle Propheten heilig und gerecht; keiner war ein Wüstling, Trunkenbold, Mörder, Räuber und Tyrann, wie dieser, der alle Menschen zwang, ihn einen Propheten zu nennen oder durch sein Schwert zu sterben.
Das sagen nämlich alle Sarazenen auf dieser Welt, daß der Glaube der Sarazenen – wenn man ihn überhaupt Glauben nennen soll und nicht Schrecken – sich durch nichts erhob und verbreitete, als durch die Kraft und die Grausamkeit des Schwertes Muhammads und durch das Schwert auch sein Ende finden muß.
Wir kannst du also behaupten, Sarazene, dein Prophet Muhammad sei ein Prophet Gottes und seine Lehre stamme von Gott?
Dann, wie kann dieses Buch «Lehre der Wahrheit» genannt werden, das von Maria, der Mutter Jesu Christi, an einer Stelle sagt, sie sei die Schwester des Aaron und die Tochter Amrams gewesen.
Dieser Amram hatte drei Kinder von seiner Frau Jochebed: Moses, Aaron und Maria. Die Sarazenen wissen nun nicht, daß zwischen Maria, der Mutter des Herrn, und Maria, der Schwester des Moses, ein Unterschied besteht und zwischen beiden ein großer Zeitraum von etwa 2000 Jahren oder mehr liegt! Und so sagt der Koran, als ob er Maria, die Mutter Christi, nicht kenne, daß sie die Schwester des Moses sei oder gewesen sei.
Sag mir auch, Sarazene, ob das Buch deines Propheten, oder vielmehr Utmãns, in sich irgendeine Wahrheit birgt. Sag, welche das sein soll? Denn in Wirklichkeit findet man, wenn man das ganze Buch aufmerksam liest, nichts vom wahren Glauben. ...
Gegen diese schrecklichen Irrlehren müssen unsere Theologen und Rechtsgelehrten, Leute, die eifrig diskutieren und sich um alle Seelen bemühen, sich erheben; sie sollen ihren Pfeile schärfen und abschießen, den Sarazenen diese Irrlehren austreiben und die unglücklichen Seelen den Fallstricken des Teufels entreißen und im Netz Christi fangen und sie schließlich auf jede erdenkliche Weise in den Hafen des Seelenheils bringen.
Über die Lage der Sarazenen und über Muhammad, ihren falschen Propheten, über das Volk selbst und sein Gesetz
- Daher, so sagt man übereinstimmend, sei besagtes Buch einer Krähe sehr ähnlich, die sich die verschiedenfarbigen Federn der übrigen Vögel borgte. Damit herausgeputzt besuchte sie eine Versammlung aller Vögel, auf der sie als ein himmlisch schöner Vogel angesehen wurde, der vom Himmel herabgestiegen sei.
Als man aber entdeckte, daß er nur eine Krähe war, die sich mit fremden Federn geschmückt hatte, und als er seines Schmuckes beraubt war, rief er nur noch Gelächter hervor.
Und so ist das vorgenannte Buch wie die schwarze Krähe, denn es enthält nichts von Muhammad, außer Schwärze und Häßlichkeit. Weil es aber durch Einfügung schöner und glänzender Zeugnisse aus den heiligen Schriften ausgeschmückt wurde, scheit es göttlicher Herkunft zu sein und wird bewundert und gerühmt. ...
(Index)

Papst Calixtus III.
1378 bis 1458
Alonso de Borja, geboren am 31.12.1378 in Spanien, wurde 1455 im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt. Seine größte Sorge galt der Abwehr der islamischen Gefahr, die nach dem Fall Konstantinopels im Jahre 1453 täglich wuchs.
Kurz nach seiner Wahl erklärte Calixtus III. in einem feierlichen Manifest, das in hoher Auflage in allen christlichen Ländern verbreitet wurde:
- Ich, Papst Calixt III., erkläre und schwöre, müßte ich auch mein eigenes Blut vergießen, nach Maßgabe meiner Kräfte und im Wettstreit mit meinen verehrungswürdigen Glaubensbrüdern, mein möglichstes zu tun, um Konstantinopel zurückzuerobern, das zur Strafe der Sünden der Menschheit eingenommen uns zerstört wurde vom Feind unseres gekreuzigten Herrn, von dem Teufelssohn Mehmet, dem Fürsten der Türken; mein möglichstes zu tun, um die Christen zu befreien, die in der Sklaverei schmachten, um wieder den rechten Glauben aufzurichten und um im Orient die teuflische Sekte des ruchlosen und niederträchtigen Mehmet zu vernichten ...
Werde ich dein je vergessen, Jerusalem, so soll mir die rechte Hand erlahmen. So soll die Lähmung über die Zunge in meinen Mund kommen, wenn ich mich deiner nicht mehr erinnere, Jerusalem, wenn du nicht mehr Anbeginn meines Jubels bist. Gott stehe mir hilfreich zur Seite und sein Heiliges Evangelium! Amen.
Zusammen mit seinem Manifest ordnet Calixtus III. eine Sondersteuer an, den «Türkenzehnten», und läßt Kardinäle, Bischöfe und Priester zum Kreuzzug aufrufen. Die Ordenoberen der Augustiner verpflichtet er unter Androhung des Kirchenbannes, ihre Priester zur Kreuzzugspredigt anzuhalten.
Zu den Steuergeldern kam der Erlös aus dem Verkauf päpstlicher Wertgegenstände, von Ländereien und Schlössern. Selbst das silberne Tischgeschirr läßt er abräumen: „Nehmt das, nehmt mir das fort für die Türken. Irdenes Geschirr tut es mir genauso.“
Am 31. Mai 1456 befestigt Calixtus III. selber das Kreuz auf dem Rücken des Admirals der päpstlichen Flotte, Kardinal Luigi Skarampo.
Verraten und alleingelassen von allen Fürsten, die ihren Versprechungen, den Kreuzzug zu unterstützen, nicht hielten, klagt der Papst: „Überall Feiglinge, die die Gefahren fürchten“, läßt sich aber nicht entmutigen.
Seit Juni 1456 hatte Mehmet II. Belgrad eingeschlossen. Am 21. Juli können der Franziskaner, Wundertäter und Kreuzzugsprediger Johannes von Capestrano und Kardinal Juan Carvajal Belgrad befreien.
Ein Jahr später vernichtet der albanische Nationalheld Skanderberg die türkische Armee in Tomornitza.
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