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Normale Version: Heilige und Bekenner über den Islam
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Päpste
Bekenner und Heilige


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Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der da leugnet, daß Jesus der Christus ist?
Das ist der Anti-Christ, der den Vater und den Sohn leugnet. Jeder, der den Sohn leugnet, hat auch den Vater nicht (1. Joh. 2, 22 f).

Seit der Verkündung des Islam durch den Heiden Mohammed (um 570 bis 632 n. Chr. in Arabien) haben bekennende Christen, Heilige, Martyrer, Päpste und Bischöfe die ihnen heilige Pflicht erfüllt, über das wahre Wesen des Islam aufzuklären, Muhammed als falschen Propheten zu enttarnen, die Göttlichkeit Christi, seinen Erlösungstod am Kreuz und die Dreieinigkeit Gottes zu verteidigen, den Muslimen das Evangelium zu predigen und ihrem Eroberungswillen Widerstand entgegenzusetzen.

Hunderttausende Christen sind bis heute von Muslimen umgebracht worden. Auch heute noch gilt der Koran als absolut verbindliche Offenbarung Allahs. Auch heute noch ist jeder einzelne Muslim den Anweisungen des Koran zu absolutem Gehorsam verpflichtet. Der Koran wird immer bleiben, was er seit seiner Festlegung war, unverändert – Wort für Wort.

Bischof Theodoros (Abu Qurra)
(um 750 bis 820)

Theodoros, mit Beinamen Abu Qurra, um 750 in Edessa geboren, war Bischof von Harran, Mesopotamien. Er selbst nennt sich Schüler des hl. Johannes von Damaskus.

Bis zum Jahre 980 herrschten in Mesopotamien die Hamdaniden. Wie in allen islamisch beherrschten Ländern, mußten die Christen eine Sondersteuer, die Kopfsteuer, zahlen, um in Mesopotamien überhaupt leben zu dürfen.

Dionysus von Tellmachre, gestorben 845, berichtet, daß
  • „den Steuerbeamten Stempel beigegeben wurden, welche jedem den Namen seiner Stadt und seines Dorfes einstempelten. Auf die rechte Hand schrieben sie den Namen der Stadt und auf die linke Mesopotamien.

    Jedem hingen sie auch zwei Münzen an den Hals, wovon die eine den Namen der Stadt und die andere den des Bezirkes trug“.
    Um sicherzustellen, daß alle Christen ihre Sondersteuer zahlten, „ging der Stempler aufs flache Land und ergriff jeden, der ging und kam. Mehr als zwanzigmal durchstreifte er die Gegend und ruhte nicht, als bis er alle Einwohner erwischt hatte und ihm nicht einer entgangen war“.

Konnte ein Christ nicht zahlen, war es üblich, ihn zu schlagen, in die Sonne zu stellen, zu foltern oder Öl auf den Kopf zu gießen.

Christen hatten auch eine vorgeschriebene Kleiderordnung, um sich kenntlich zu machen. So befahl der islamische Herrscher Harun al-Rasid im Jahre 807 strickartige Gürtel und gesteppte Mützen. Christen durften nur mit Esel-, nicht mit Pferdesattel reiten.

Weil die Hamdaniden alle Obstbäume schlagen ließen und damit die Christen um ihren Besitz brachten, wanderten viele aus. Wer blieb, mußte die Hälfte der Ernte dem Fiskus abgeben.

Dionysus von Tellmachre schilderte die Steuereintreiber als
  • „gewalttätige, gott- und mitleidslose Leute, boshafter als Schlangen; sie schlugen die Leute, sperrten sie ein, hingen schwere Männer an einem Arm auf. so daß sie fast starben“.

Am Ende des 9. Jahrhunderts beschreibt Prinz Ibn el-Mu’tazz die Steuereintreibung des Wesirs Ibn Bulbul:
  • „Wie manchen edlen ehrwürdigen und ritterlichen Mann sah man, wie er durch die Schergen in die Gefängnisse und ins Steueramt geschleift wurde.
    Wie man ihn in die Hölle der Mittagssonne stellte, bis sein Kopf wie ein brodelnder Topf wurde.
    Um die Hand legten sie hänfene Stricke, die die Gelenke durchschneiden, und hingen ihn an den Wandhaken auf wie eine Kühlkanne.
    Und schlugen ihn auf den Kopf wie auf eine Trommel, tückisch mit dem Auge eines Schadenfrohen.
    Wenn er um Hilfe rief gegen die Sonnenglut, dann antwortete ihm ein Steuereintreiber mit Tritten, und ein Kerkerwärter goß Öl auf ihn.
    Doch als ihm die Pein zu lange ward, und er dem Verlangen der anderen nicht mehr entrinnen konnte, sprach er: ‚Vertattet mir, daß ich die Kaufleute um ein Darlehen bitte, wo nicht, daß ich ein Stück Land verkaufe. Und gebt mir fünf Tage Frist, so umkettet ihr mich mit Gefälligkeit’.
    Aber sie bedrängten ihn und gaben ihm nur vier, und vom Reden war da weiter nichts zu hoffen.
    Da kamen zu ihm die frevlerischen Helfer und liehen ihm Geld, 1 für 10 (Anm.: das entspricht 1.000 %), schrieben einen Kaufbrief über den Verkauf und ließen ihn den Verkaufseid schwören. Dann bezahlte er, was er schuldig war, ging fort und begehrte nicht, sich in der Nähe aufzuhalten
    Und die Schergen kamen zu ihm und bettelten ihn an, als ob sie ihn im Bade massiert hätten. Und wenn er sich weigerte, nahmen sie ihm seine Kopfbinde ab und zerkratzen ihm Nacken und Schädel.“

In dieser für Christen lebensgefährlichen Situation führt Bischof Theodoros öffentlich Streitgespräche mit Muslimen. Auf dem Marktplatz verteidigt er die christlichen Grunddogmen gegen den Islam. Seine Dispute gab er später in überarbeiteter Fassung als „Opuscula“ heraus.

Abu Qurra (Bischof Theodoros) wurde gefeiert als unbesiegbarer Disputierer und Held im Widerstand gegen den Islam. Seine muslimischen Gesprächspartner treten als selbstsichere Gegner auf, die aber den christlichen Argumenten unterlegen sind und sich schließlich geschlagen geben.

Abu Qurra enttarnt Mohammed als „besessenen Lügenpropheten“ und den Islam als „gottlose und frevelhafte Lehre“.

Opusculum 19
Untersuchung, daß Muhammad nicht von Gott gesandt ist.
  • Bei den heuchlerischen Sarazenen (Muslimen) herrscht die Gewohnheit, wenn sie einen Christen treffen, nicht zu grüßen, sondern gleich zu sagen: „Christ, lege Zeugnis ab, daß der eine und unaussprechliche Gott Muhammad zu seinem Diener und Gesandten bestellt hat!“ Dies fragte auch einmal einer jener Heuchler Abu Qurra.

    Der aber gab zur Antwort und sagte: „Reicht es dir nicht, für das Ablegen falschen Zeugnisses belangt zu werden, während du auch noch andere anstiftest, falsches Zeugnis abzulegen?“ ...

    Der Christ: „Mein Vater lehrte mich, nur einen Gesandten anzuerkennen, der von alters her vorhergesagt war oder der sich durch Wunderzeichen als glaubwürdig erwiesen hat. Dein Muhammad aber hat keines von beiden aifzuweisen: Denn weder hat ihn ein alter Prophet als Propheten vorhergesagt, noch hat er sich durch Wunderzeichen beglaubigt.“ ...
Oposculum 20
Weitere Untersuchung, daß Muhammad ein Feind Gottes und von einem Dämon besessen war, aufgezeigt an einem Beispiel.
  • Der verrückte Lügenprophet der Hagarener, Muhammad; man ertappte ihn, wie er sich in seinen eigenen Lügenerzählungen damit brüstete. Er sagte nämlich, von einem Damön besessen, folgendes: „Gott hat mich gesandt, das Blut derer zu vergießen, die das Göttliche als eine dreifache Natur verehren.“
Abu Qurra nimmt Bezug auf die Koranverse:
Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit. Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Allahs und sein Wort. Darum sagt nicht drei. Hört auf damit, so etwas zu sagen! (Sure 4, 171)
Ungläubig sind diejenigen, die sagen: Gott ist der Dritte von dreien, wo es doch keinen Gott gibt außer einen einzigen. Wenn sie mit dem, was sie sagen, nicht aufhören, so wird sie eine schmerzhafte Pein treffen. Sure 5, 73)

Abu Qurra fährt fort:
  • Denn darin besteht ja die Theologie dieses Verrückten, daß er leugnet, daß der Erzeuger des Lichts, der Hervorbringer der Heiligung, Gott ist. Er brüstet sich, es sei ihm von Gott befohlen worden, die Christen als Schmäher und Verhöhner der Gottheit mit dem Schwert zu bestrafen, in Wahrheit aber hat er, mit Geld erweicht, ihnen gestattet, den zu verhöhnen, der ihn, wie er in seiner Besessenheit glaubte, gesandt hatte.

    Und damit keiner glaubt, wir würden Falsches behaupten, wenn wir sagen, daß er besessen war, soll er eine bei ihnen bekannte Geschichte lesen, die betitelt ist: „Die Vergebung für A’isha“. Denn diese war seine Frau.

    Weil sie im Verdacht stand, Ehebruch getrieben zu haben, schickte er sie zu ihren Eltern zurück. Als er einige Tage bei ihnen verbracht hatte, stürzte er, von einem Dämon besessen, unter Verrenkungen zu Boden, so daß die Hinzukommenden sagten, ein schwerer Fluch sei auf ihn gefallen. Und als er nach kurzer Zeit wieder zu sich gekommen war, wurde der gefragt, was er für ein Gesicht gehabt habe. Er aber sagte: „Es fiel auf mich der Befehl, A’isha zu verzeihen.“ Und da er von einem Engel sicher wußte, daß sie von dem Verdacht rein war, nahm er sie wieder auf. ...
Opusculum 25
Beweis, daß Gott einen Sohn hat, der wesensgleich, wie Er ohne Anfang und gleich ewig ist.
  • Die Absicht der Hagarener und ihr ganzes Bemühen zielt darauf ab, Die Göttlichkeit des Wortes Gottes aufzuheben, und von allen Seiten laufen sie dagegen Sturm, indem sie sich bemühen, zu beweisen, daß es weder Gott noch Gottes Sohn ist.

    Denn ihr Lügenprophet, der Hörer bei einem Arianer gewesen war, hat ihnen diese gottlose und frevelhafte Lehre vermittelt. Deshalb fragte einer, der bei ihnen besonders gebildet reden konnte, in einer öffentlichen Versammlung den Bischof mit den Worten: „Was ist nach deiner Meinung Christus, Theodoros?“
    Die Antwort: „Gott und Gottes Sohn.“

(Index)






Heiliger Petrus Venerabilis
(um 1092 bis 1156)

Petrus wurde als Pierre-Maurice de Montboissier um 1092 in der Auvergne, Frankreich, geboren und 1122 zum Abt von Cluny gewählt. Er war eng befreundet mit dem Abt von Clairvaux, dem heiligen Bernhard. Den Titel Venerabilis (der Ehrwürdige) verlieh im Kaiser Friedrich Brabarossa im Jahre 1153.

Während sich die arabisch sprechenden Christen früh mit dem Islam auseinandersetzten, war dies der lateinischen Kirche erst nach der Übersetzung des Koran ins Lateinische intensiver möglich.

Die erste Übersetzung aus dem Arabischen ins Lateinische erstellte der Engländer Robert von Ketton, veranlaßt und finanziert von Petrus Venerabilis. Sie blieb 500 Jahre im Gebrauch.

Gegen den Islam schrieb der heilige Petrus die Werke:
  • Summa totius haeresis Saracenorum – Gesamtdarstellung der Irrlehre der Sarazezen,
  • Contra sectam Saracenorum – Gegen die Sekte der Sarazenen,
  • Epistola de translationoe sua – Brief über die Übersetzung (an den heiligen Bernhard von Clairvaux)
Petrus Venerabilis nennt Mohammed in seinen Werken einen „elenden, verruchten und gottlosen Menschen, einen Schurken und Saukerl“, dessen Leben und Lehre „verabscheuungswürdig“ sind.

Im Islam sieht der heilige Petrus den „Abschaum aller Häresien“, einen „gottlosen und verwerflichen Unsinn“ und eine „teuflische Irrlehre“, die nur in Zusammenarbeit mit dem Satan von einem Menschen erdichtet werden konnte.


Brief über die Übersetzung des Koran an Bernhard von Clairvaux (Auszug)
  • Mit besonderer Ehrerbietung und liebevoller Umarmung wünscht Euch, meinem unzertrennlichen Herzensfreund Bernhard, Abt von Clairvaux, Euter geringer Mitbruder Petrus, Abt von Cluny, das ersehnte ewige Heil.

    Ich schicke Euch, Teuerster, die neueste Übersetzung einer Schrift, die mit der üblen Häresie dieses Schurken Muhammad abrechnet, und die, als ich neulich in Spanien weilte, auf mein Betreiben hin aus dem Arabischen ins Lateinische angefertigt worden ist. ...

    Bei dieser ganzen Sache war es aber meine Absicht, dem Beispiel der Kirchenväter zu folgen, die niemals irgendeine sogenannte Häresie, die zu ihrer Zeit auftrat, mit Stillschweigen übergangen haben, auch wenn sie noch so geringfügig war, sondern ihr im Gegenteil mit der ganzen Kraft ihres Glaubens widerstanden, und sie durch Schriften und Streitgespräche als verabscheuens- und verdammenswert erwiesen haben.

    Dies wollte ich nun besonders mit diesem Irrglauben par exellence tun, mit diesem Abschaum aller Häresien, in dem die Überreste aller seit der Ankunft des Heilands entstandenen teuflischen Irrlehren zusammengeflossen sind, damit man erkenne, daß man diesen Irrglauben, ist erst einmal seine Verwerflichkeit und Dummheit aufgedeckt, verfluchen und mit Füßen treten muß, ebenso wie man ja erkennt, daß schon fast die halbe Welt von seinem tödlichen Pesthauch infiziert ist.

    Wenn Ihr es selbst lest, werdet Ihr erkennen und, wie ich glaube, berechtigterweise darüber klagen, daß ein so großer Teil des Menschengeschlechts durch so gottlosen und verwerflichen Unsinn getäuscht und von seinem Schöpfer noch nach dem Gnadenhaften Kommen des Erlösers durch die frevelhafte Irrlehre dieses Saukerls so leicht abgewendet werden konnte. ...

    Dennoch ist die Widerlegung der muhammadanischen Häresie, wie mir scheint, auch zur jetzigen Zeit kein müßiges Unterfangen, weil es ja nach dem Apostel Paulus Eure und aller Gelehrten Sache ist, „alles Wissen, das sich aufschwingt gegen die Höhe Gottes“ mit ganzer Kraft durch Wort und Schrift zu bekämpfen, zu zerstören und restlos zu vernichten.

    Wenn aber diese verirrten Menschen schon nicht bekehrt werden können, so muß man doch wenigstens für die schwachen Mitglieder der Kirche, die sich schon durch geringfügige Argumente verführen oder insgeheim zum Abfall bringen lassen, wachsam Sorge tragen; ein Gelehrter oder ein Lehrer, der sich eifrig um die Sache der Gerechtigkeit bemüht, darf das nicht vernachlässigen. ...

Gegen die Irrlehren der Sarazenen (Prolog)
  • Im Begriffe, gegen die gottlose Irrlehre des ruchlosen Muhammad zu schreiben, rufe ich zuerst und vor allem den allmächtigen Geist Gottes an, damit er, der noch niemals einen im Stich ließ, der gegen seine Feinde und die seiner Kirche schrieb, auch mich nicht im Stich läßt, wenn ich nun gegen die schlimmsten Widersacher beider zu schreiben mich anschicke ...

    Der Grund für mich, dies zu schreiben, ist der selbe, der auch viele große Kirchenväter zum Schreiben veranlaßte. Jene konnten keine auch noch so geringe Einbuße an christlichem Glaubensgut ertragen, ebensowenig den krankhaften Wahnsinn der verschiedenartigen Häretiker, der sich gegen die heilsame Lehre richtete.

    Sie hüteten sich stumm zu sein, wo es zu reden galt, weil sie annahmen, vielmehr genau wußten, daß sie beim Jüngsten Gericht auf Gottes unbestechlicher „Waage“ nicht weniger für unfruchtbares oder sogar, was schlimmer ist, verderbliches Schweigen verurteilt werden wurden als für müßiges oder schädliches Reden.

    Daher haben sie mit Briefen, Büchern und verschiedenen schlagkräftigen Abhandlungen die „Lügenmäuler“ gestopft, und „alle Erhebung“ des Satans – so Paulus – „die sich auftürmt gegen die Erkenntnis Gottes“, konnten sie zu Boden schlagen, mit Füßen treten und vernichten, denn durch sie sprach der Geist Gottes. ...

    So hat es Gottes Kirche immer getan und tut es noch heute: Die Dornen und Disteln, die der Saat des Herrn feindlich sind, reißt sie durch die eifrige Hand ihrer Gärtner mit der Wurzel aus. Nicht ist zu irgendeiner Zeit die unermüdliche Stärke der Heiligen den feindlichen Geschossen gewichen; die Macht der Feinde besiegten sie durch Tugend, ihre List durch Weisheit, „mit dem Schild des Glaubens“ beschützten sie die ihren vor der Raserei der Feinde, und zu deren Verderben warfen sie mit gewaltigem Schwung blitzende Lanzen. Sie konnten nicht zulassen, daß das Zischen der Giftschlange die himmlischen Stimmen übertönte, noch daß der Weg des rechten Glaubens, der zur ewigen Glückseligkeit führt, auf die verkehrten Pfade des Irrtums zur Hölle gelenkt würde.

    Dies, ja dies einzig und allein, sage ich, war der Grund für jene Heiligen zu schreiben; und nicht nur das, es war auch der Grund, weshalb sie die Feinde des christlichen Heils nicht allein mit Wort und Schrift angegriffen haben, sondern auch weder die ihren noch sich selbst, noch endlich ihr eigenes Leben geschont haben.

    Das gleiche gilt für mich, und mag ich auch weit geringer sein als jene und ihnen ganz ungleich, so darf ich deshalb nicht weniger eifern für Gottes Kirche, Christi Braut, als diese, weil mir ebenso wie ihnen „ein Glaube, eine Taufe, ein Gott“ war und ist, ein ewiges Leben, das jene freilich schon besitzen, während wir noch darauf hoffen. ...

    Keine Häresie darf man also vernachlässigen, wie die Beispiele dieser Heiligen lehren, keine darf man nach dem Vorbild so großer Lehrer schweigend übergehen. Jede Irrlehre muß ausgemerzt, jedes verkehrte und gegen den Glauben gerichtete Verständnis scharf getadelt und, wenn möglich, korrigiert werden, damit sie von ihm hören kann: ‚Du bist vollkommen schön, meine Freundin, und kein Makel ist an dir’.

    Wenn also keine Häresie, die zu irgendeiner Zeit entstand, ungeschoren bleiben konnte, vom „Schwerte des Geistes, das das Wort Gottes ist“, wird dann etwa die Irrlehre Muhammads vor diesem Schwert sicher sein?
    Oder wird vielleicht die Zunge des Christen darüber hinweggehen wie über ein Nichts oder Geringes?
    Oder wird man sie vielleicht wie etwas Unschädliches oder weniger Schädliches verschonen?


    Und welche Häresie, mein Leser, hat denn der Kirche Gottes so sehr geschadet?
    Welche Irrlehre hat jemals solche Qualen über das christliche Gemeinwesen gebracht?
    Welche hat so tiefe Breschen in sein Gebiet geschlagen?
    Welche hat die Zahl der Verdammten so sehr vermehrt? ...

    Der Wahnsinn des Muhammad dagegen, der von den arabischen Ismaeliten seinen Ausgang nahm, hat Perser, Meder, Syrer, Armenier, Äthiopier, Inder, die übrigen Reiche des Orient und selbst Asien, den größten der drei Erdteile, fast ganz befallen; indem er diese Völker teils vom Christentum abbrachte, teils von irgendwelchen alten Götzenglauben zur Irrlehre dieses verruchten Menschen bekehrte, entzog er Christus den Boden unter den Füßen und bereitete dem Teufel eine Heimstatt.

    Von dort aus unterwarf Muhammad, nachdem er schon, wie gesagt, fast den ganzen Orient, nicht durch friedliche Argumente, sondern durch kriegerische Aktivitäten, in seine Gewalt gebracht hatte, auch Ägypten. Libyen und ganz Afrika dieser gottlosen Religion, und nachdem er so zwei Erdteile unterworfen hatte, hat er jetzt durch sein Eindringen in Spanien nicht einmal den dritten, der Europa genannt wird, Christus bzw. seinen Anhängern unversehrt überlassen.

    Was soll ich dazu noch sagen? Wenn man sämtliche seit Christi Zeit über 1100 Jahre hinweg vom Geist des Teufels erzeugte Häresien zusammenzählte und sie, zugleich versammelt, wie mit einer Waage abwiegen würde, weder könnten sie dann diesen Irrglauben aufwiegen, noch würde man finden, daß alle anderen zusammen so viele Menschen ins ewige Feuer geworfen haben.

    Wird also die Zunge des Christen, die keine auch noch so unbedeutende Häresie ungeschoren ließ, wird sie also etwa diesen größten aller Irrtümer untätig und stumm übergehen? ...

    Doch ob man die Irrlehre des Muhammad „Häresie“ nennen kann, und ob seine Anhänger „Häretiker“ sind, oder ob man sie „Heiden“ nennen muß, das erkenne ich noch nicht ganz klar. ...

    Ob also nun die Irrlehre Muhammads mit dem häßlichen Namen der Häresie belegt oder als heidnisch geschmäht wird – man muß gegen sie vorgehen und gegen sie schreiben. ...

    Ich war entrüstet, daß die Lateiner den Grund eines solchen Verderbens nicht kannten, und daß durch eben diese Unkenntnis niemand zum Widerstand aufgerüttelt werden konnte. Denn es gab niemanden, der antwortete, weil es niemanden gab, der verstand.

    Ich begab mich also zu Kennern jener arabischen Sprache, aus der das tödliche Virus hervorgegangen war und mehr als den halben Erdkreis infiziert hatte. Mit Geld und guten Worten brachte ich sie schließlich dazu, die Schriften über Abkunft, Leben und Lehre dieses verdammungswürdigen Menschen sowie das Gesetzbuch selbst, de, Koran, aus dem Arabischen in das Lateinische zu übertragen.

    Und damit der Übersetzung eine strenge Glaubwürdigkeit nicht fehlte, damit nichts versehentlich unserer Kenntnis vorenthalten werden könne, habe ich den christlichen Übersetzern auch einen Muslim beigegeben. ...

    Vielleicht kann dieses Buch auch, ist es erst einmal herausgegeben, geheimen Gedanken der unseren begegnen, durch die sie zum Bösen verführt werden könnten: Indem sie etwa glauben, es gebe auch bei diesen Gottlosen noch eine gewisse Gottesfurcht, bei diesen Dienern der Lüge doch noch ein Fünkchen Wahrheit.

Gesamtdarstellung der Häresie der Sarazenen
  • Das folgende ist eine zusammenfassende Darstellung der gesamten Häresie und teuflischen Irrlehre der Sarazenen (auch Ismaeliten genannt).

    Zuerst und besonders muß man ihren ersten und größten Irrtum verdammen: daß sie die Dreiheit in der Einheit Gottes leugnen.

    So lange sie also nicht an die dreifache Personenzahl in einem göttlichen Wesen glauben, weil sie in der Einheit keine Anzahl zulassen wollen, so lange sie, sage ich, die Dreizahl, Ursprung und Ziel aller Wesensformen und damit auch Ursache, Anfang und Ende aller geformten Dinge, nicht anerkennen, so lange mögen sie zwar mit dem Munde Gott bekennen, ihn selbst aber kennen sie überhaupt nicht. ...

    Ebenso leugnen sie in ihrer Verblendung, daß Gott als Schöpfer zugleich auch Vater ist, weil nach ihrer Meinung keiner ohne geschlechtlichen Verkehr Vater werden könnte. Daher glauben sie auch nicht, daß Christus, wiewohl vom göttlichen Geist empfangen, Gottes Sohn oder gar selbst Gott ist, sondern nur, daß er ein guter Prophet war. ...

    So nämlich hat es Muhammad sie (die Sarazenen) gelehrt, jener elende und gottlose Mensch, der alle Heilsmittel christlicher Frömmigkeit, durch die doch die Menschen am besten gerettet werden können, ablehnt und schon fast den dritten Teil des Menschengeschlechtes – welch unergründlicher Ratschluß Gottes! – durch sein unerhörtes Geschwätz und seine Phantastereien dem Teufel und dem ewigen Tode überliefert hat.

    Darüber, wer er war und was er lehrte, wird man wohl um derentwillen etwas sagen müssen, die dieses Buch (den Koran) lesen wollen: Sie sollen besser verstehen, was sie lesen, und sie sollen wissen, wie verabscheuungswürdig Leben und Lehre dieses Menschen sind. ... :

    Wie auch die Chronik, die Anastasius, Bibliothekar der römischen Kirche, aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt hat, klar und deutlich berichtet, lebst Muhammad zur Zeit des Kaiser Herakleios – wenig später als Papst Gregor der Große – also vor fast 550 Jahren.

    Er war ein Araber von niederer Geburt und zunächst ein Anhänger des alten Götzendienstes, wie es auch andere Araber damals noch waren, er war ungebildet und hatte von den Wissenschaften so gut wie keine Ahnung, war jedoch geschäftstüchtig und sehr gewitzt; so kam er von niederer Geburt und Armut zu Reichtum und Ansehen.

    Durch seinen allmählichen sozialen Aufstieg, dadurch, daß er alle möglichen Leute, besonders aber seine blutsverwandten, durch Intrigen, Raubzüge und persönliche Angriffe häufig in Schrecken versetzte, ja, indem er durch Mord, sei es heimlich oder offen, die Angst vor seiner Person schürte, kam es bald so weit, daß er die Herrschaft über sein Volk anstrebte, besonders als sich auch bei beratenden Zusammenkünften öfter seine Überlegenheit herausgestellt hatte. ...

    So hat es dieser Mensch tatsächlich geschafft, christliche es jüdisches Gesetz gleichsam durch Zustimmung zu verwerfen, indem er nämlich beide über die Maßen lobte, zugleich aber versicherte, man dürfe keines von beiden halten. Daher kommt es, daß er beteuert, Moses sei ein großer Prophet, unser Herr Christus aber größer als alle anderen gewesen; er nennt ihn Sohn einer Jungfrau, bekennt ihn als Gesandten, Wort und Geist Gottes, versteht jedoch dabei unter „Gesandter“, „Wort“ oder „Geist“ etwas anderes als wir.

    Daß man sagt oder glaubt, er sei Gottes Sohn, darüber macht er sich lustig, und weil dieser Hornochse die ewige Geburt des Gottessohnes am Maßstab menschlicher Fortpflanzung mißt, leugnet und verspottet er mit größtem Nachdruck die Ansicht, daß Gott zeugen oder gezeugt werden könne.

    Die Auferstehung des Fleisches bezeugt er wiederholt, und auch das allgemeine Gericht am Ende der Zeit, das allerdings nicht von Christus, sondern von Gott (Allah) abgehalten werde, leugnet er nicht. Er spinnt aber wenn er sagt, daß bei jenem Gericht Christus als der Größte von allen nach Gott , und er, Muhammad, zur Verteidigung seines Volkes auftreten werden.

    Die Höllenqualen beschreibt er wie es ihm beliebt und wie zu erfinden es wohl einem großen Lügenpropheten ansteht.

    Das Paradies besteht für ihn nicht in der Gemeinschaft mit den Engeln, auch nicht in der Schau Gottes, noch in jenem höchsten Gut, das „kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und was in keines Menschen Herz gedrungen ist“; vielmehr malte er sich in seinen Wunschträumen als ein Paradies von Fleisch und Blut aus, ja als Abschaum von Fleisch und Blut; genau so, wie er es sich für sich erhoffte.

    Dort gebe es Fleisch zu essen und allerlei Früchte, Bäche von Milch und Honig und reinstem Wasser, es gebe wollüstigen Genuß der Liebe mit schönen Frauen und Mädchen: So verspricht er es seinen Anhängern, und in solchen Dingen geht sein Paradies auf.

    Unter diesen Lehren befinden sich fast alle schäbigen Überreste alter Häresien, die er vom Teufel eingeflößt bekommen und in sich aufgesogen hatte, und die er nun wiederkäut ...

    Mit diesen und ähnlichen, nicht heilsamen, sondern verderblichen Lehren erfüllte er das Volk und wandte es völlig von Gott ab; und damit nicht die Predigt des Evangeliums doch noch einen Platz in ihnen finden könnte, wie alles aus dem Besitz derer, die Christus und das Evangelium kennen, versperrte er den Zugang zu ihren Herzen mit dem eisernen Riegel der Gottlosigkeit.

    Doch damit man ihn nicht für ganz und gar schlecht halten sollte, empfahl er, eifrig Almosen zu geben und bestimmte Werke der Barmherzigkeit zu tun, und befürwortete Gebete: So verband er, in jeder Beziehung widernatürlich, „einmenschliches Haupt mit einem Pferdenacken und Vogelfedern“, wie jener Dichter sagte ...

    Nachdem er also die Vielgötterei aufgegeben hatte, predigte er die Verehrung eines einzelnen Gottes und schien damit den unzivilisierten und beschränkten Menschen etwas unerhört Neues zu sagen. Weil diese Predigt bei ihnen auf fruchtbaren Boden fiel, haben sie ihn als erste als einen Propheten Gottes akzeptiert. ...

    Im Laufe der Zeit und mit der Ausbreitung des Irrglaubens wurde er dann von ihnen zum König gemacht, worauf er es ja abgesehen hatte. So säte er, Gutes mit Bösem vermischend, Wahres und Falsches vereinend, des Samen des Irrtums, und teilweise schon zu seinen Lebzeiten, hauptsächlich aber nach seinem Tod, ging die gottlose Saat auf, die eigentlich in ewigen Feuer hätte verbrannt werden müssen. ...

    Wenn ich sie auch Häretiker nenne, weil sie ja ein paar Dinge gemeinsam mit uns glauben, wenn sie auch in den meisten Dingen von uns abweichen, so würde ich sie vielleicht doch richtiger als „Ungläubige“ oder „Heiden“ (was ein stärkerer Ausdruck ist), bezeichnen. Denn mögen sie auch einiges Wahres über den Herrn sagen, meistens predigen sie doch das Falsche; sie erkennen weder die Taufe an, noch das Meßopfer, noch die Beichte oder überhaupt ein christliches Sakrament, was noch kein Häretiker außer ihnen getan hat.

    Die Hauptabsicht dieser Häresie aber ist es, den Glauben daran zu verhindern, daß unser Herr Christus Gott oder Gottes Sohn ist ...

    Dieser Irrglaube ist ja, einst durch die Machenschaften des Teufels entstanden, zuerst von Arius ausgesät, dann durch diesen Satan Muhammad vorangetrieben worden und wird schließlich durch den Antichrist vollendet werden, ganz nach der Absicht des Teufels ...

    Nichts steht freilich so sehr dem Feinde des Menschengeschlechtes entgegen, wie der Glaube an den fleischgewordenen Gott, der ja besonders die Frömmigkeit in uns erweckt. Erneuert durch die himmlischen Sakramente und das gnadenhafte Wirken des Heiligen Geistes, hoffen wir, dorthin wieder zurückzukehren, von wo uns der Teufel vertrieben zu haben sich rühmt: zur Schau des Königs und unserer Heimat.

    Dies können wir hoffen, eben weil der König und Schöpfer, Gott selbst, zu uns Verbannten herabgestiegen ist und uns mitleidvoll zu sich zurückgerufen hat. Diesen frommen Glauben an die göttliche Ordnung , und in gleicher Weise auch die Liebe dazu, bemüht sich der Teufel immer seit Anbeginn in den Herzen der Menschen auszulöschen.

    Auch als die Kirche gerade im Entstehen begriffen war, versuchte er mit größter Gerissenheit, diesen Glauben auf fast die selbe Weise , wie er dann später mit Erlaubnis Gottes jenes unglückliche Volk vom rechten Wege abgeführt hat, samt der Wurzel auszureißen, was ihm auch gelungen wäre, wenn Gott es ihm damals erlaubt hätte ...

    Keineswegs nämlich hätte irgendein sterblicher Mensch, wenn er nicht mit dem leibhaftigen Teufel zusammengearbeitet hätte, solche Märchen, wie sie im Koran aufgeschrieben sind, erdichten können. Durch sie wollte der Satan neben vielen anderen lächerlichen und wahnsinnigen Spinnereien vor allem dies erreichen, daß man nicht an Christus, den Herrn, Gottes Sohn und wahren Gott, Schöpfer und Erlöser des Menschengeschlechts glaubte.
Petrus hatte Gott um die Gnade gebeten, an einem Festtag zu sterben. Er wurde erhört und starb am 25. Dezember 1156.

(Index)







Der heilige Johannes von Damaskus
(um 675 bis 749)

Ungefähr vierzig Jahre nach dem Tode Mohammeds wurde der heilige Johannes um 675 in Damaskus geboren. Er arbeitete zunächst als Finanzminister des Kalifen Abd al-Malik, mußte aber 715 dieses Amt aufgeben, weil er nicht bereit war, zum Islam zu konvertieren und zog sich in das Kloster Mar Saba bei Jerusalem zurück. Dort wurde er zum Priester geweiht.

In glühender Liebe zu Christus und Seiner Kirche und als unerbittlicher Freund der Wahrheit schrieb der heilige Johannes Streitgespräche zwischen Christen und Muslimen und das angesehene Werk „De Haeresibus – Über die Irrlehren“ . Den Islam nennt er Vorläufer des Antichrist und den Koran Märchenerzählung.


Aus dem Kapitel 100
  • „Schließlich gibt es auch noch die bis heute einflußreiche Irrlehre der Ismaeliten, ein Vorläufer des Antichrist. Sie leitet sich von Ismael her, der dem Abraham von Hagar geboren wurde: Deshalb werden sie Hagarener oder Ismaeliten genannt.

    Sarazenen aber nennt man sie nach der Etymologie ‚Sara-leer’, weil Hagar zu dem Engel gesagt hat: „Sara hat mich leer fortgeschickt“. ...

    Um beim Volk den Anschein der Gottesfurcht zu erwecken, verbreitete Muhammad zum Schein das Gerücht, vom Himmel sei eine Schrift von Gott auf ihn herabgekommen. Indem er in dem von ihm stammenden Lehrbuch einige Lehrsätze aufstellte, die freilich lächerlich sind, lehrt er sie auf diese Weise die Ehrfurcht. ...“

Johannes wirft den Muslimen vor:
  • „Den Glauben und eure Schrift habt ihr ohne Zeugen: Denn der sie euch übergab, hat von nirgendwoher einen Beweis, noch läßt sich irgendeiner finden, der vorher für ihn Zeugnis abgelegt hätte. Er empfing die Schrift vielmehr im Schlaf. ...

    Woher kommt also eure Märchenerzählung?

    Dieser Muhammad nun hat sich, wie erwähnt, viele absurde Geschichten zusammengefaselt und jeder von ihnen einen Namen gegeben. Zum Beispiel die Sure „Die Frau“: Darin setzt er fest, daß man sich vier reguläre Frauen nehmen darf und dazu Nebenfrauen, so viele man eben neben den vier regulären Frauen als Untergebene unter seiner Tute (Aufsicht) halten kann. Wenn man aber eine entlassen will, so kann man das nach Belieben tun und sich eine andere nehmen.

Schon früh wurde Johannes als Heiliger verehrt. Papst Leo XIII. dehnte sein Fest auf die ganze Kirche aus und erhob ihn 1890 zum Kirchenlehrer.

(Index)






Der selige Papst Urban II. (1042 bis 1099)
und der erste Kreuzzug

Papst Urban II. leitete die Kirche von 1088 bis 1099. Mit seinen Kreuzzugpredigten auf den Synoden von Piacenza und Clermont verstand er es, so für den Kreuzzugsgedanken zu begeistern, daß der erste Kreuzzug mit der Eroberung Jerusalems außerordentlich erfolgreich wurde und eine Bewegung von 200 Jahren auslöste.

Vier Chronisten haben seine Kreuzzugpredigt, die er am 27. November 1095 öffentlich in Clermont gehalten hat; überliefert:

  • Volk der Franken, von Gott geliebt und auserwählt, wie aus vielen eurer Taten hervorgeht! An euch richtet sich meine Rede und Mahnung. Euch will ich kundtun, welch trauriger Anlaß mich in euer Land geführt hat:

    Von Jerusalem und Konstantinopel sind sehr schlimme Nachrichten eingetroffen. Das Volk des Perserreiches (die Seldschuken waren allerdings keine Perser, wie der Papst sie nennt, sondern ein türkischer Stamm, der Persien erobert hatte, und von dort erobernd weiterzog), ein verworfenes und völlig gottentfremdetes Volk, ist in die Länder jener Christen eingefallen, hat sie durch Schwert, Raub und Brand verwüstet, die Einwohner grausam getötet oder in die Sklaverei weggeführt, die Kirchen Gottes teils zerstört, teils für den eigenen Kult mißbraucht.

    Sie schänden und zerbrechen die Altäre, beschneiden die Christen und gießen das Blut bei der Beschneidung auf die Altäre oder in die Taufgefäße.

    Denen, die sie mit dem schmählichen Tode bestrafen, zerstechen sie den Nabel, binden sie an Pfähle und peitschen sie, bis die Eingeweide heraushängen.

    Und was soll ich von der abscheulichen Schändung der Frauen Sagen? Man kann nicht davon reden.

    Sie haben das griechische Reich verstümmelt und so viel davon abgerissen, daß man diesen Teil nicht in zwei Monaten durchreisen kann; so groß ist er.

    Wer soll dieses rächen? Wer ihnen das alles wieder entreißen? Eure Aufgabe ist das. Euch hat Gott vor allen anderen Völkern Tapferkeit, hohen Sinn, Beweglichkeit und Kraft zur Demütigung des Feindes verliehen. Antreiben und bewegen sollen euch dazu die Taten eurer Ahnen, die Tapferkeit und Größe Karls des Großen, seines Sohnes Ludwig und andere Könige, welche die Reiche der Türken zerstörten.

    Besonders aber soll euch bewegen das Heilige Grab unseres Herrn und Erlösers und die heiligen Orte, die jetzt von unreinen Völkern entweiht und beschmutzt werden.
    Tapfere Krieger! Nachkommen unbesiegter Ahnen! Ihr werdet doch nicht aus der Art schlagen! Ihr werdet doch der Tüchtigkeit eurer Väter eingedenk sein! Schlagt ein den Weg zum Heiligen Grabe und entreißt jenes Land einem abscheulichen Volk!

    Gott selbst hat dieses Land den Söhnen Israels gegeben. Jerusalem ist der Mittelpunkt der Erde, das zweite Paradies. Der Erlöser hat diese Stadt durch seine Ankunft, seinen Wandel, sein Leiden, seinen Tod und sein Begräbnis geheiligt, verherrlicht und für sich erkauft. Diese königliche Stadt inmitten der Welt wird jetzt von Feinden beherrscht, ist zur Sklavin der Gottlosen geworden.

    Sie ruft und schreit um Befreiung und besonders von euch verlangt sie Hilfe.
Die Begeisterung des Papstes übertrug sich auf seine Zuhörer. Tausende waren überzeugt: Gott will es! Und Hunderte ließen sich vom Papst selber sofort das Kreuz aus Tuchstreifen anheften.

Der dreijährige Marsch des ersten Kreuzzugheeres verlief diszipliniert und gilt in der Forschung als eine der größten militärischen Leistungen.

Anlaß des ersten Kreuzzuges waren Berichte von Heilig-Land-Pilgern über Beraubung, Überfälle, Gefangenschaft und Mord durch Muslime und ein Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I., der dem Druck der Muslime auf das oströmische Kaiserreich nicht mehr allein gewachsen war und sich an Papst Urban II. gewandt hatte.

Jerusalem wurde verteidigt von Iftikhar ad Daula, der alle Christen aus Jerusalem verjagt hatte.

Bevor die Kreuzfahrer die Stadt stürmten, hatten sie drei Tage gefastet und waren barfuß in einer feierlichen Bittprozession zum Ölberg hinausgezogen, verspottet von den Muslimen auf der Stadtmauer.

Herausgefordert durch pausenloses griechisches Feuer (Brandsätze) und Beschuß, gelang es Gottfried von Boullion am 15. Juli 1099 die Tore Jerusalems zu öffnen. Iftikhar ergab sich und konnte Jerusalem mit seinen Soldaten unbelästigt verlassen.

Wilhelm, Erzbischof von Tyrus und Historiker, berichtet 1184 – gestützt auf Augenzeugen-Beobachtungen – in seiner „Historia rerum in partibus transmarinis gestarum – Geschichte der Kreuzzüge in 22 Büchern“, eines der besten mittelalterlichen Geschichtswerke:
  • Als nun endlich in der Stadt die Ordnung hergestellt war, legten sie die Waffen von sich, wuschen sich die Hände, zogen reinere Kleider an und begannen demütigen Geistes und zerknirschten Herzens, unter Seufzen und Weinen, mit bloßen Füßen an den ehrwürdigen Orten in größter Andacht umherzuwandeln, die einst der Erlöser durch seine eigene Gegenwart verherrlichte und heiligte.

    Von der Kirche de Leidens und der Auferstehung des Herrn zogen die Geistlichkeit und das gläubige Volk, das so viele Jahre hindurch das Joch einer überaus harten und unverschuldeten Knechtschaft getragen hatte, voll Dankes gegen den Erlöser wegen der wiedererlangten Freiheit mit Kreuzen und den Gebeinen der Heiligen den Fürsten entgegen und führten sie unter Hymnen und geistlichen Gesängen in die erwähnte Kirche.

    Voll der Glut des frommen Eifers wandte man sich in der gesamten Stadt den Werken der Barmherzigkeit zu. Die einen bekannten dem Herrn, was sie Sündhaftes begangen hatten, und gelobten, hinfort nicht mehr zu sündigen.
    Andere spendeten alle ihre Habe mit verschwenderischer Großmut an gebrechliche Greise und Bedürftige, indem sie es für den höchsten Reichtum erachteten, daß Gott ihnen vergönnt habe, diesen Tag zu erleben.

Papst Urban II. starb am 29. Juli 1099. Die Kunde, daß Jerusalem 14 Tage zuvor erobert worden war, erreichte ihn nicht mehr.




Der erste Kreuzzug des französischen, wallonischen, flandrischen und lothringischen Adels unter der geistlichen Leitung von Adhemar, Bischof von Le Puy, als päpstlichem Legaten, ist nicht zu verwechseln mit dem militärisch völlig untauglichen Heerhaufen unter dem Einsiedler Peter von Amiens, der bald Opfer von Planlosigkeit, Führungslosigkeit und Disziplinlosigkeit wurde und sich unrühmlichen Namen machte mit räuberischen Übergriffen und Ausschreitungen gegenüber Ungarn und jüdischen Gemeinden.

Forschungsergebnisse unserer Zeit korrigieren das falsche Bild über den Erfolg des ersten Kreuzzuges in den Geschichtsbüchern:
Anläßlich einer wissenschaftlichen Tagung zum Thema Kreuzzüge Anfang September 1999 in Jerusalem stellte Prof. Walter Brandmüller, Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft, Rom, fest:
Die Eroberung Jerusalems wird von den Geschichtsschreibern als Blutorgie unerhörten Ausmaßes geschildert. Dieses Bild kann so nicht länger aufrechterhalten werden. Es hält der modernen Forschung nicht stand. Das beweisen lateinische, hebräische und arabische Quellen.


(Index)






Der selige Raimundus Lullus
1232 bis 1316

Ramon Lull, lateinisch Raimundus Lullus, wurde 1232 in Palma, Mallorca, geboren. Er war Laientheologe, verheiratet und hatte zwei Kinder.

In seiner Autobiographie berichtet der Mystiker Raimundus von mehreren Visionen des gekreuzigten Christus, die ihn so erschütterten, daß er sein Leben der Missionierung von Muslimen, Juden und Mongolen widmete.

Zur Vorbereitung seines Dienstes an den Muslimen studierte er die islamische Lehre und die arabische Sprache, die er so beherrschte, daß er Bücher in arabischer Sprache verfaßte.

Seine Pläne zur Bekehrung der Muslime legte er Päpsten und europäischen Fürsten vor und erhielt ihre Unterstützung, Sprachenklöster zu gründen, in denen die arabische Sprache und Missionstheologie studiert wurden.

Er selber reiste als Missionar in islamische Länder, geriet in Konflikt mit islamischen Behörden, wurde eingekerkert und starb an den Folgen einer Steinigung auf der Heimreise von seiner letzten Mission.

Gegen den Islam schrieb er vor allem die Werke:
  • Liber de quinque sapientibus – Das Buch der fünf Weisen
    und
  • Disputatio Raymundi christiani et Hamar saraceni – Streitgespräch zwischen dem Christen Raimundus und dem Sarazenen Hamar
Die Disputatio faßt Gespräche zusammen, die Lullus im Gefängnis von Bugia, Nordafrika, mit islamischen Gelehrten führte. Lullus war eingekerkert worden, nachdem er auf einem öffentlichen Platz gepredigt hatte:
  • „Das christliche Gesetz ist das wahrhaftige. Es ist heilig und Gott gefällig. Das Gesetz der Sarazenen hingegen ist falsch – und ich bin bereit, es zu beweisen.“
Vom Mufti von Bugia zum Tode verurteilt, wurde Raimundus von Halid I., Herrscher von Bugia, aber begnadigt und ausgewiesen.

In der Disputatio fordert der Muslim «Hamar» Lullus auf, den Islam anzunehmen und verspricht ihm im Namen Halids I. und des Mufti schöne und edle Mädchen, ein großes Haus und alle Arten von Reichtümern. Raimundus antwortet:
  • Du hast mir ein schlechtes Geschäft vorgeschlagen, denn zum ewigen Ruhm gelangt man nicht mit diesen Gütern.

    Meinerseits verspreche ich dir, daß, wenn du dein falsches teuflische Gesetz aufgibst, das durch Schwert und Gewalt bekannt gemacht wurde, und das meine annimmst, du das ewige Leben erlangen wirst, denn die Ausbreitung meines Gesetzes begann mit der Predigt und dem Blut der Martyrer und dauert so noch an.
Lullus klärt den Muslim vor allem über das unmoralische Leben Muhammads und über die Paradies-Vorstellungen des Koran auf, wonach jeder Auserwählte nicht nur jungfräuliche Mädchen, sondern sogar Männer «verbrauchen» kann. Das Buch schließt mit der Bemerkung:
  • Als der Muslim diese Gründe gehört hatte, dachte er lange darüber nach, seufzte, entfernte sich schließlich von dem Christen und gab auf.
Der selige Raimundus Lullus gilt als der größte Muslim-Missionar des Mittelalters. So sehr er sich um die Muslime bemühte und bereit war, für ihre Bekehrung sein Leben zu opfern, so konsequent bekämpfte er die islamische Gefahr.

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Der heilige Bernhard von Clairvaux (1090 bis 1153)
und der zweite Kreuzzug

Bernhard entstammte burgundischem Hochadel und wurde 1090 auf Schloß Fontaines-lês-Dijon geboren,

1112 trat er in das Kloster Citeaux ein und wurde von dort 1115  zur Gründung eines Zisterzienserklosters nach Clairvaux gesandt.

Hauptanliegen war Bernhard die Reinerhaltung der Glaubenslehre. Öffentlich und entschieden tritt er gegen die Irrlehren seiner Zeit auf. Deshalb beauftragte ihn der seligen Papst Eugen III., als Buß- und Kreuzprediger ein Heer zusammenzupredigen, zur Verteidigung des bedrohten Jerusalems nach dem Fall Edessas 1144, des christlichen Hauptstützpunktes in Jerusalem.

Es gelang Bernhard, die Menschen so zu begeistern und wunderwirkend zu überzeugen, daß ein Kreuzzugheer von über 100.000 Mann im Jahre 1147 die Fahrt ins Heilige Land antrat.

Wo Bernhard nicht persönlich predigen konnte, beauftragte er andere Bußprediger,  oder schrieb Briefe, mit denen er auch die Engländer, Spanier, Italiener, Böhmen, Mähren, Polen und Dänen gewann.

Bereits um 1130 schrieb Bernhard auf Bitten von Hugo von Payns, Ordensoberer der Tempelherren, eine Ermutigung an die Tempelritter zum Kampf gegen den Islam:
  • Einmal, zweimal, ja, wenn ich mich nicht täusche, dreimal hast du, verehrter Hugo, gebeten, ich möge für dich und deine Gefährten eine Aufmunterungsschrift verfassen und gegen den feindlichen Tyrannen (den Islam) wenigstens die Feder führen, da ich das Schwert nicht schwingen darf. Du meinst, ich würde auch ohne Waffen nicht wenig unterstützen können, wenn ich durch meine Schriften euch begeistere.

    Es ist wahr, ich habe eine Zeit lang gezögert. Der Grund liegt nicht darin, daß ich etwa deine Bitten nicht beachtete, sondern darin, daß ich nicht unüberlegt und voreilig handeln und ohne genügende Vorkenntnisse etwas in die Hand nehmen wollte, was ein Gutunterrichteter besser erledigt hätte. Ich hätte diese wichtige Angelegenheit nur in eine ungünstige Lage gebracht.

    Da ich jedoch vergebens auf einen anderen wartete, habe ich nach Kräften das meinige getan.
Bernhard hat sich demnach intensiv mit der Irrlehre des Islam auseinandergesetzt.

Auf dem Reichstag in Vezelay im Jahre 1146 heftet Bernhard dem französischen König Ludwig VII. persönlich das erste weiße Kreuz an, das Kennzeichen der Kreuzritter, später auch den Fürsten, Bischöfen, Äbten, Priestern, Mönchen und einem Heer einfacher Leute aus dem Volk.

Bernhard reist in Frankreich, Deutschland und Flandern von Ort zu Ort, um zum Kreuzzug aufzurufen. An den Grafen der Betragne schreibt er:
  • Der König hat mit vielen Vornehmen und zahlreichem Volk das Kreuz angenommen. Die Kunde von diesem Ereignis ist durch das ganze Land gedrungen und von allen Seiten strömt man herbei, um auf Stirn und Schultern das Zeichen des Heils zu empfangen. ...

    Laßt euren König, den König der Franken, oder vielmehr den König des Himmels selbst, für den er den mühevollen Zug unternimmt, nicht im Stich. ...
    Verteidigt die Stätten, an denen eurer Heiland euch erlöste. Die Heiden sollen nicht sagen: Wo ist ihr Gott?

    Zu Siegern auf Erden und Heiligen im Himmel mache euch der Bräutigam der Kirche, der Sohn Mariens, der Herr, unser Gott.
An Papst Eugen III. berichtet Bernhard:
  • Ihr habt befohlen und ich habe gehorcht, und Euer Ansehen hat meinen Gehorsam fruchtbar gemacht. Ich habe den Kreuzzug gepredigt, und die Zahl der Teilnehmer wächst über alle Maßen. Städte und Burgen leeren sich, und schon kommt ein Mann auf sieben Frauen. Allenthalben trifft man Witwen, deren Männer noch leben.
Einstimmig wird Bernard in der Versammlung von Chalon zum obersten Feldherrn aller Kreuzzugheere gewählt. Bernhard lehnt ab. Er schreibt an den Papst:
  • Eure Heiligkeit hat gewiß erfahren, daß die Versammlung von Chalon mich als Haupt des neuen Kreuzzuges ernannt hat. Darüber kann ich mich nicht genug wundern.

    Glaube mir bitte, daß ich mit dieser Wahl nichts zu tun habe. Sie steht im krassen Gegensatz zu all meinen Wünschen und übersteigt bei weitem meine Kräfte. Bin ich etwa geeignet, an der Spitze einer Armee zu marschieren und im Felde zu befehligen? Du bist zu weise, als daß ich Dir eingeben müßte, was Du von alledem, halten sollst.

    Ich bitte Dich nur im Namen der Liebe, die Du mir ganz besonders schuldest (Papst Eugen III. war Zisterzienser und Schüler des heiligen Bernhard) mich nicht den Launen und Einfällen der Menschen preiszugeben. Mögest Du das Licht des Himmels herabrufen, wie es Deine Pflicht in dieser Angelegenheit mehr als in jeder anderen ist, und dann dazu beitragen, daß Gottes Wille auf Erden geschehe, wie er im Himmel geschieht.
Von Frankreich zog Bernhard als Prediger nach Deutschland  um Kaiser Konrad III. (1093-1152) zu gewinnen, ein deutsches Kreuzzugheer aufzustellen.

Der Kaiser bittet den Heiligen, seine Kreuzzugpredigt auch in Konstanz zu halten. Ihr Inhalt ist überliefert:
  • Was tut Ihr, tapfere Männer? Was tut Ihr, Diener des Kreuzes? So wollt ihr das Heiligtum den Hunden und die Perlen den Säuen geben? Wie viele Sünder haben dort im Heiligen Land ihre Sünden mit Tränen gebeichtet und Verzeihung erlangt, seit das Schwert der Väter den Heiden-Unrat hinausgeworfen hat?

    Der  Böse sieht das und schaut scheel darauf; er knirscht mit den Zähnen und erbleicht; er rührt die Gefäße seiner Bosheit und wird gewiß weder Zeichen noch Spur von so viel Frömmigkeit übriglassen, wenn er jemals – Gott verhüte es – stark genug wird, jenes Allerheiligste zu gewinnen.

    Das wäre dann für alle zukünftigen Zeiten ein unheilbarer Schmerz und unersetzlicher Schaden; für dies Geschlecht aber, dies ganz unfromme, wäre es unendliche Scham und allewiger Vorwurf.

    Weil Euer Land an tapferen Männern fruchtbar ist und kräftig durch die Fülle seiner Jugend – wie wenn durch alle Welt Euer Preis geht und der Ruhm Eures Heldentums die ganze Erde erfüllt hat – so gürtet auch Ihr Euch mannhaft und ergreift die glücklichen Waffen im Eifer für Christi Namen.

    Enden möge jene Ritterart, nein, Ritterunart von ehedem, nach der Ihr einander zu werfen, einander zu verderben pflegt und einer den anderen umbringt. Welch grausame Lust reizt die Unseligen, daß sie mit dem Schwert den Körper ihres Nächsten durchbohren und vielleicht seine Seele mit ins Verderben stürzen!

    Auch der Sieger kommt jedoch nicht davon; auch durch seine Seele fährt ein Schwert, wenn er über eines Feindes Tötung sich freut. Wahnsinn ist es, nicht Mut, solch einem Unrecht zu frönen; keiner Kühnheit, sondern nur der Betörtheit soll man es zuschreiben. Du tapferer Ritter, Du Mann des Krieges, jetzt hast Du eine Fehde ohne Gefahr, wo der Sieg Ruhm bringt und der Tod Gewinn. ...
Bernhards Predigten waren von zahlreichen Wundern begleitet. Er heilte Blinde, Taube, Lahme durch seinen Segen, das „Zeichen des Lebens“, wie einer seiner Begleiter schrieb, aber auch oft nur durch Berührung mit einem Stab. Tausende ließen sich das Kreuz anheften. Nur der Kaiser zögerte noch immer, bis ihn Bernhard im Speyerer Dom persönlich ansprach:
  • Dich, Kaiser Konrad, Dich rufe ich! Dich spreche ich an, im Namen Jesu Christi, des Richters der Lebendigen und der Toten! Gott hat Dir alles gegeben, um was Du ihn gebeten hast und mehr: Krone und Reichtum, Rat und Kraft der Seele, Gesundheit des Leibes.

    Und Du? Vor Dir steht Dein Herr und Richter, er spricht Dich an: „O Mensch, was hätte ich für Dich tun sollen, was ich nicht getan habe?“ Was er von Dir fordert ist, daß Du die heilige Erde, auf welcher der Fuß Seines Sohnes gewandelt ist, auf der er lehrte, starb und auferstand, für alle Zeiten befreist.
Diesem Anruf konnte sich Kaiser Konrad nicht mehr entziehen. „Ich erkenne, daß Gott große Gnaden an mir getan! Mit der Hilfe des Herrn werde ich mich ihrer nicht unwürdig erweisen. Ich bin bereit, mein Leben dem Herrn zu weihen und mich dahin zu begeben, wohin Er mich ruft!“

Bernhard heftete ihm, den Fürsten und dem Volk  das Kreuz an und ritt weiter nach Bingen zur heiligen Hildegard, die ihm vor einiger Zeit geschrieben hatte mit der Anrede: „Ehrwürdiger Vater, der Du mit erhabenem Eifer und glühender Liebe zu Jesus Christus jetzt Streiter und die Fahnen  des heiligen Kreuzes sammelst!“ Nach einer Bitte um sein Gebet endete das Schreiben mit dem Gruß: „Lebe wohl“ Sei mutig und tapfer im heiligen Kampf!“

Im Mai 1147 steht ganz Europa unter Waffen. Mehrere dicke Bände, die die wunderbaren Krankenheilungen des heiligen Bernhard in Verbindung mit seinen Kreuzzugspredigten aufgezeichnet hatten, wurden dem französischen König überreicht. Alle waren sicher, daß Gott diesen Kreuzzug wollte.

Papst Eugen III. kam selber nach Frankreich, um den Abzug des Heeres zu segnen und dem König den Pilgerstab und die Wandertasche zu überreichen.

Der Sieg im Heiligen Land wurde ihm nicht zuteil. Im Frühjahr 1149 kehrte Kaiser Konrad mit nur einigen hundert Kämpfern als geschlagener Mann nach Deutschland zurück. Die Enttäuschung über den Mißerfolg entlud sich gegen Bernhard.

Bernhard selber schwieg – ein Jahr lang auch gegenüber dem Papst, der ebenfalls ein Jahr lang schwieg, weil auch er den Mißerfolg nicht deuten konnte.

Dann richtete Bernhard die Schrift Über die Betrachtung an den Papst:
  • Wir haben den Frieden verkündigt, und es ist kein Friede. Wir haben Ruhe versprochen und sind in Unruhe. Haben wir also unüberlegt und nach unserem eigenen Willen gehandelt? Haben wir nicht Deine oder vielmehr Gottes Befehle befolgt, indem wir die Deinen befolgten ...?
Bernhard erinnert daran, daß die Israeliten in der Wüste durch ihren Sünden umkamen, obgleich sie auf Gottes Geheiß losgezogen waren. Sünde, Leidenschaft und Raubgier hatten auch das christliche Heer vor Gottes Augen unwürdig erscheinen lassen und zu Fall gebracht. Bernhard beruft sich auf das Zeugnis seines Gewissens. Er schreibt:
  • Ich frage nicht viel danach, ob ich von denjenigen verdammt werde, welche das Gute bös, das Böse gut heißen und das Licht für die Finsternis, und die Finsternis für das Licht halten.

    Wenn notwendig eines von beiden Übeln eintreten muß, so will ich lieber, daß die Menschen gegen mich murren als gegen Gott. Ich ertrage gern die Lästerungen und die Schimpfreden der Gottlosigkeit, sofern sie sich gegen mich und nicht gegen Gott richten. Es ist mir eine außerordentliche Ehre, auf diese Art Jesus Christus ähnlich zu werden.
Bernhard sieht den Ausgang dieses in Gott begonnenen Heerzuges anders, als irdische Augen ihn sehen. Ihm ging es um die Seelen und die Rettung der Seelen. Wieviel Tausende und Abertausende waren für Christus aufgebrochen, wollten ehrlichen Herzens ihr Leben für Christus hingeben, waren für ihn gefallen und darum ewig gerettet. Hatten sie aber unterwegs gesündigt, so war die Sünde durch ihren Tod gesühnt. Diesen Gedanken hatte Bernhard schon bei der Kreuzzugspredigt vertreten, als er wiederholt gesagt hatte:
  • Ist es nicht ein wunderbarer Weg des Heils, welchen Gott den Verbrechern öffnet, da er den Mördern, Räubern, Ehebrechern, Meineidigen, den Übeltätern, welche die Gesellschaft ausstößt, die Mittel darbietet, zu kämpfen und für eine heilige Sache zu sterben?
Bestätigt wurde Bernhard durch einen Brief von Abt Johannes des Zisterzienserklosters Casa Maria. Er berichtet Bernhard von einer Vision, die er in Bezug auf den Kreuzzug gehabt hatte und schreibe:
  • Man erzählt mir, daß Du, mein liebenswürdigster Vater, immer noch niederschlagen bist wegen der großen Angelegenheit. Ich meine nämlich den Zug nach Jerusalem, der den gehofften Erfolg nicht gehabt hat.

    Deshalb wage ich es in Demut, Dir zu erklären, was Gott mir in dieser Hinsicht ins Herz gelegt hat, währen ich mich angelegentlich damit beschäftigte, in der Erwägung, daß der Herr bisweilen den Kleinen offenbart, was er den ausgezeichnetsten Menschen verbirgt.

    Ich denke, mein teuerster Vater, daß der Allmächtige viel Frucht aus diesem Kreuzzug gewonnen hat, obschon nicht auf die Art, wie die Kreuzfahrer es sich vorstellten.

    Hätten sie sich als Christen rechtschaffen betragen, so wäre der Erlöser mit ihnen gewesen und hätte ihre Waffen triumphieren lassen. Aber da sie sich dem Verbrechen überließen und Gott die Unordnungen voraussah, in welche sie verfallen würden, so benutzte die Vorsehung gerade diese Ereignisse zu den Absichten ihrer Barmherzigkeit.

    Sie sandte ihnen Trübsale und Plagen, damit sie, durch das Kreuz gereinigt, in das Himmelreich gelangen können.

    Viele von denjenigen, welche vom Kreuzzug zurückkehrten, haben uns gestanden, daß sie eine große Anzahl derselben sterben sahen, welche sich ihres Todes freuten, aus Furcht, wieder in ihre Sünden zurückzufallen, wenn sie nach Europa heimkehrten.

    Damit Dir über das, was ich behaupte, kein Zweifel übrig bleibe, will ich Dir, als meinem geistlichen Vater, unter dem Siegel der Beichte anvertrauen, daß die heiligen Martyrer Johannes und Paulus, die zwei Patrone unserer Kirche, uns mehr als einmal besucht haben. Und da ich sie unlängst fragte, was man von dem Kreuzzug halten müsse, antworteten sie:
    • „Eine große Zahl der Christen, die in dem heiligen Kampf starben, sind berufen worden, die Stelle der gefallenen Engel einzunehmen.“
    Du sollst auch wissen, daß sie von Dir mit großen Beweisen der Achtung sprachen und Dein nahes Ende vorhersagten.

    Weil nun diese Unternehmung ihren Zweck erreicht hat, allerdings nicht nach der Ansicht der Menschen, aber nach dem Plane Gottes, so steht es Deiner Weisheit an, Dich in Demjenigen zu trösten, dessen Ruhm Du einzig suchst.
Bernhard starb am 20. August 1153 in Clairvaux, wurde 1174 heiliggesprochen und 1830 durch Papst Pius VIII. zum Kirchenlehrer erhoben.

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Der heilige Franziskus von Assisi
(1181/82 bis 1226)

Franziskus, geboren 1181 oder 1182 in Assisi als Sohn eines reichen Tuchhändlers, war ein lebenshungriger junger Mann. In einer schweren Krankheit erkannte er sein Leben als im Wohlstand vergeudet und betete lange um die Erkenntnis des Willens Gottes. Dieser offenbarte sich ihm bei einer heiligen Messe am 24. Februar 1209, als der Priester die Worte des Evangeliums vorlas:
  • Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und die Kranken zu heilen, und sprach zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche, weder Brot noch Geld; auch nicht zwei Röcke sollt ihr haben (Lk 9,2 f).
Nachdem der Priester diese Worte vorgelesen hatte, rief Franziskus aus: „Das ist es, was ich begehre! Das ist es, wonach ich von ganzem Herzen verlange!“

In wenigen Jahren hatte Franziskus 5000 Jünger um sich gesammelt, die nach seinem Vorbild als Bettelmönch, sogenannte Minderbrüder, in Armut, Keuschheit und Gehorsam leben und Menschen zu Christus führen wollten.

Zwei Jahre vor seinem Tod bat Franziskus Christus, Er möge ihn an Leib und Seele so vollkommen wie möglich die Schmerzen fühlen lassen, die Er in Seinem bitteren Leiden ausgestanden hat.

Gott erhörte sein Gebet und prägte ihm die Wundmale Christi an Händen, Füßen und der Seite ein.

Das 16. Kapitel seiner Ordensregel widmete der heilige Franziskus der Missionsarbeit unter den Muslimen. Dort heißt es:
  • Der Herr sagt: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid daher klug wie Schlangen und einfältig wie Tauben.

    Daher soll jeder Bruder, der unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen will, mit der Erlaubnis seines Ministers und Dieners (Ordensobere) gehen. Und der Minister soll ihnen ohne Widerspruch die Erlaubnis geben, wenn er sieht, daß sie tauglich sind, geschickt zu werden ...

    Die Brüder aber, die hinausziehen, können in zweifacher Weise unter ihnen geistlich wandeln.

    Eine Art besteht darin, daß sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern um Gottes Willen jeder menschlichen Kreatur untertan sind und bekennen, daß sie Christen sind.

    Die andere Art ist die, daß sie, wenn sie sehen, daß es dem Herrn gefällt, das Wort Gottes verkünden.

    Sie (die Muslime) sollen glauben an den allmächtigen Gott, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, den Schöpfer aller Dinge, an den Sohn, den Erlöser und Retter, und sie sollen sich taufen lassen und Christen werden; denn wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen ...

    Und alle Brüder, wo auch immer sie sind, sollen bedenken, daß sie sich dem Herrn Jesus Christus übergeben und Ihm ihre Leiber überlassen haben. Und um Seiner Liebe willen müssen sie sich den sichtbaren wie den unsichtbaren Feinden aussetzen; denn der Herr sagt: „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es retten zum ewigen Leben.“
Im Jahre 1219 zog Franziskus zum Oberbefehlshaber des muslimischen Heeres im 5. Kreuzzug, Sultan Al Malek Al Kamil. Der Franziskaner Thomas von Celano (um 1190 bis 1260), Zeitgenosse und Biograph des heiligen Franziskus, schreibt:
  • Im dreizehnten Jahr seiner Bekehrung zog er (Franziskus) nach Syrien, wo täglich heldenhafte und erbitterte Kämpfe zwischen Heiden und Christen ausbrachen. Er hatte einen Gefährten mitgenommen und fürchtete sich nicht, vor das Antlitz des Sultans der Sarazenen hinzutreten.

    Wer könnte schildern, mit welch aufrechter Seelenhaltung er vor ihn hintrat, mit welcher Geisteskraft er zu ihm sprach, mit welcher Beredsamkeit und Zuversicht er denen Rede und Antwort stand, die nur Hohn und Spott hatten für das christliche Gesetz?

    Denn ehe er zum Sultan vorgelassen wurde, nahmen ihn dessen Leute gefangen, überhäuften ihn mit Schmähungen und mißhandelten ihn mit Schlägen. Doch er ließ sich nicht abschrecken. Man stellte ihm Marterqualen in Aussicht, doch er kannte keine Furcht. Selbst als man ihm mit dem Tode drohte, erschrak er nicht.

    Wenn er auch von vielen, die ihm ganz und gar feindselig gegenüberstanden, geschmäht wurde, so wurde er dennoch vom Sultan höchst ehrenvoll empfangen. Er ehrte ihn, wie er nur konnte, und ging darauf aus, durch zahlreiche ihm dargebrachte Geschenke sein Herz den Gütern der Welt zugänglich zu machen.

    Als er jedoch sah, daß er mit großer Entschiedenheit alles wie Kot erachtete, wurde er von höchster Bewunderung erfüllt und betrachtete ihn wie einen Mann, der seinesgleichen auf der Erde nicht hat. Seine Worte machten tiefen Eindruck auf ihn, und er hörte ihm sehr gerne zu.

    Bei all dem erfüllte der Herr des Heiligen Wunsch nicht, sparte ihm aber den Vorzug einer einzigartigen Gnade auf.
Im Jahre 1260 beauftragte das Generalkapitel der Franziskaner den heiligen Bonaventura, eine neue Lebensbeschreibung des heiligen Franziskus zu verfassen. Bonaventura tut dies mit großer Gewissenhaftigkeit.

Er berichtet, daß – auf persönliche Befragung des Bruder Illuminatus, der Franziskus zum ägyptischen Sultan begleitet hatte – Franziskus zum Beweis der Wahrheit des christlichen Glaubens dem Sultan die Feuerprobe vorgeschlagen hatte, die im Mittelalter praktiziert wurde. Wer – so die Auffassung – beim Schreiten zwischen brennenden Holzstößen unverletzt blieb oder seine Hand unverletzt aus dem Feuer zog, hatte die Wahrheit gesprochen.

Der Sultan lehnte ab mit der Begründung, seine Leute würden ihn dafür steinigen.

Die Aufforderung des Sultans dagegen, mit muslimischen Gelehrten über Glaubensfragen zu dialogisieren, lehnte Franziskus ab mit der Begründung, dies sei zwecklos, weil der christliche Glaube nun einmal nicht mir der Vernunft erfaßbar sei und eine gemeinsame Gesprächsbasis fehle.

Franziskus kehrte erfolglos ins christliche Heerlager zurück.

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Die ersten Martyrer des Franziskanerordens

Die ersten Franziskaner-Martyrer, die von Muslimen umgebracht wurden, sind die Heiligen Berard, Petrus, Adiutus, Accursius und Otho.

Papst Sixtus IV, ordnete das Fest ihres Martyriums im Jahre 1481 für die ganze Kirche an, und zwar für ihren Todestag, den 16. Januar.

Der heilige Franziskus selbst hatte beim Generalkapitel 1219 diese ersten Missionare ausgewählt und mit folgenden Worten nach Spanien und Marokko in die Muslim-Mission geschickt:
  • Meine lieben Söhne, man hat mir aufgetragen, euch in das Land der Sarazenen zu senden, damit ihr predigt, den Glauben bekennt und das Gesetz des Mohammed bekämpft. Tragt immer bei euch die Regel und das Brevier. Gehorcht in allem dem Bruder Vitalis als eurem ersten Bruder.

    Meine Söhne, ich freue mich über euren guten Willen, aber die Liebe, die ich für euch habe, macht die Trennung von euch bitter. Ich bitte euch, habt immer das Leiden des Herrn vor euren Augen. Es wird euch stärken und euch den Mut geben, mit Ausdauer für ihn zu leiden.

In Sevilla abgekommen, begeben sich die Franziskanerbrüder zuerst in die Hauptmoschee, werden von den Muslimen mit Schlägen und Stößen hinausgetrieben, erreichen es, vom Kalifen empfangen zu werden und predigen ihm:
  • Wir sind Christen und kommen von Rom. Uns schickt der König der Könige, unser Gott und Herr. Er will das Heil deiner Seele. Verlasse die falsche Lehre Mohammeds, und glaube an den Herrn Jesus Christus und empfange die Taufe, denn ohne sie kannst du nicht gerettet werden.
Der Kalif befiehlt, die Mönche zu enthaupten. Die Brüder lassen sich nicht entmutigen:
  • Unsere Leiber sind in deiner Hand, aber unseren Seelen kannst du nichts anhaben. Schick uns, wohin du willst. Wir sind bereit, für Christus zu sterben.
Auf Beschluß des Ältestenrates werden sie ins Exil nach Marokko geschickt. Auch hier verkünden sie unerschrocken öffentlich das Evangelium Jesu Christi. Der Sultan von Marokko läßt sie ins Gefängnis werfen. Auch dort predigen sie den Häftlingen und Aufsehern den Glauben an Jesus Christus und verkünden:
  • Die Wahrheit lautet: Glaubt an den einen Gott, der Vater, Sohn und Heiliger Geist ist, und glaubt, daß der Sohn Mensch wurde, daß er zum Heil aller gekreuzigt wurde. Diejenigen, die nicht an ihn glauben, sind zum ewigen Feuer verdammt.
Dreißig Muslime foltern die Mönche, schleifen sie gefesselt über den Boden, schlagen sie so heftig, daß die Eingeweide hervortreten, begießen ihre Wunden mit Essig und heißem Öl und ziehen sie über Glasscherben.

Blutig und nackt werden sie dem Sultan vorgeführt. Dieser macht einen letzten Versuch: „Wenn ihr euch zu unserem Glauben bekehrt, gebe ich euch diese Frauen. Dazu noch viel Geld, und ihr sollt in meinem Reich Ehrenposten bekommen.“

Die Antwort der Franziskanermönche:
  • Behalte deine Frauen und dein Geld. Wir verachten das alles um Christi willen. Unsere Seelen sind in Gottes Hand.
Mit seinem Säbel spaltet der Sultan persönlich den Mönchen die Köpfe. Seine Frauen werfen diese und die Leichname der Brüder über die Stadtmauer von Marrakesch.
Es ist der 16. Januar 1220.

(Index)






Der heilige Thomas von Aquin
um 1226 bis 1274

Thomas von Aquin wurde um 1226 in der Lombardei geboren. Er trat in den Orden der Dominikaner ein, lehrte als Professor der Theologie in Paris und Neapel und wurde als Lehrer an den päpstliche Hof unter den Päpsten Urban IV. und Klemens IV. bestellt.

Sein geniales und in besonderer Weise katholisches theologisch-philosophisches Werk machte Thomas als «doctor angelicus», als «engelgleichen Lehrer» bekannt.

Im Jahre 1323 sprach ihn Papst Johannes XXII. heilig. 1567 erhob ihn Pius V. zum Kirchenvater und 1880 Leo XIII. zum Patron aller katholischen Hochschulen.

Mit dem Islam setzt sich Thomas von Aquin in der Summa contra gentiles – Summe gegen die Heiden auseinander, die er auf Bitten des heiligen Raimund von Peňafort verfaßte mit Blick auf die Muslim-Mission in Spanien.

Thomas beurteilt den Islam als heidnische Religion. Er erklärt, daß Mohammed für die Richtigkeit seiner Lehre keine Beweise erbracht habe, eher könne man sagen, daß er das Wahre, das er gelehrt hat, mit vielen Fabeleien und völlig falschen Lehren vermischt hat.

Seine kleine Schrift De rationibus fidei – Zur Begründung des Glaubens schreibt Thomas, seiner »Summa contra gentiles» eng angelehnt, ebenfalls als Lehrbuch für die Muslim-Mission. Er sagt darin unter anderem:
  • Der christliche Glaube besteht hauptsächlich im Bekenntnis zur Heiligen Dreifaltigkeit und besonders rühmt er sich des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, denn das Wort des Kreuzes ist, wie Paulus sagt, wenn es auch für die, die verlorengehen, eine Torheit ist, doch für die, die gerettet werden, das sind wir, eine Gotteskraft.

    Unsere Hoffnung besteht ferner in zweierlei, nämlich darin, was man nach dem Tod erwartet und in der Hilfe Gottes und in diesem Leben durch Werke des freien Willens zukünftige Glückseligkeit zu erwerben.

    Dies ist es ja, was von den Ungläubigen bekämpft und verspottet wird: Die Sarazenen spotten nämlich darüber, daß wir Christus als Sohn Gottes bezeichnen, wo doch Gott keine Frau habe. Und sie betrachten uns als verrückt, weil wir uns zu drei Personen in Gott bekennen; denn sie glauben, daß wir uns dadurch zu drei Göttern bekennen.

    Sie spotten auch darüber, daß wir behaupten, Christus, der Sohn Gottes, sei zur Erlösung des Menschengeschlechts gekreuzigt worden, weil, wenn Gott allmächtig sei, er das Menschengeschlecht ohne das Leiden seines Sohnes hätte erlösen können; er hätte den Menschen auch gleich so erschaffen können, daß er nicht sündigen könne. ...

    Als erstes muß bedacht werden, daß der Spott, mit dem uns die Sarazenen verfolgen, weil wir Christus als Sohn Gottes betrachten, als ob Gott eine Frau gehabt habe, seinerseits lächerlich ist: denn weil sie selbst dem Irdischen verhaftet sind, können sie sich nur Dinge vorstellen, die aus Fleisch und Blut bestehen. ...

    Gott aber besitzt keine körperliche Natur, so daß er seiner Frau bedürfte, mit der er sich zur Zeugung eines Nachkommen vereinigen müßte; er besitzt vielmehr eine geistige bzw. vernunftgemäße Natur, ja sogar eine, die über alle Vernunft hinausgeht; daher ist bei ihm die Zeugung gemäß dem zu verstehen, was einer geistigen Natur angemessen ist. ...

    In gleicher Verblendung ihres Geistes verspotten die Sarazenen den christlichen Glauben, wonach Christus, der Sohn Gottes, gestorben ist, denn die Tiefe dieses großen Mysteriums können sie nicht begreifen.
Thomas erklärt den christlichen Glauben unter dem Leitsatz des heiligen Apostels Paulus: «Seid immer bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der von euch Rechenschaft fordert über das, was an Hoffnung und Glauben in euch ist.

(Index)






Wilhelm von Tripolis
13. Jahrhundert

Wilhelm von Tripolis hat in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelebt. Sein Geburts- und Todesjahr sind unbekannt.

Gesichert ist, daß er als Dominikaner in den Bullen des Papstes Urban IV. im Jahr 1264 Anweisungen erhielt, als päpstlicher Nuntius in den Kreuzfahrerstaaten zu wirken. Wilhelm war einer der gelehrtesten Dominikaner seiner Zeit.

Über den Islam schrieb Wilhelm die Werke:
  • Notitia de Machometo et de Libro Legis qui dicitur Alkoran et de Continentia eius et quid dicut de fide Domini nostri Jesu Christi – Denkschrift über Muhammad und sein Gesetzbuch, den Koran, über dessen Inhalt und darüber, was er vom Glauben unseres Herrn Jesus Christus sagt
  • De statu Sarracenorum et de Machometo Pseudopropheta eorum et de ipsa gente et eorum lege – Über die Lage der Sarazenen  und über Muhammad, ihren falschen Propheten, über das Volk selbst und über sein Gesetz
Den Islam nennt Wilhelm schauderhafte, von Teufeln und geistesgestörten Menschen erdachte Erfindung und Irrlehre und Mohammed charakterisiert er als Wüstling, Trunkenbold, Mörder, Räuber und Tyrann.


Denkschrift über Muhammad und sein Gesetzbuch, den Koran, über dessen Inhalt und darüber, was er vom Glauben unseres Herrn Jesus Christus sagt
  • Alle Sarazenen hoffen auf das Paradies, von dem sie behaupten, es sei größer als der Himmel und die Erde zusammen.

    Die Glückseligkeit des Paradieses liegt, so sagen sie, im höchsten Genuß von Essen, Trinken und Beischlaf. Dieser Koran verspricht nämlich, es gebe dort eine reichhaltige Menge aller erdenklichen Früchte, die der Boden hervorbringt, auf dem die Bäume immer überladen sind; und das ganze Jahr hindurch sei es dort immer Erntezeit.

    Es ist nicht notwendig, daß man die Hand nach einer Frucht zum Ast hinstreckt, weil in seiner Vollkommenheit der Ast selbst die gewünschte Frucht dem Mund darbieten wird, ohne Mühe; es gibt keinerlei Mangel, noch ein Ausscheiden von Exkrementen, und dies ist ein göttliches Geschenk.

    Außerdem verspricht der Koran, es werde dort vier Paradiesflüsse geben, welche unterhalb und um die Seligen herum fließen: einer wird voll Wein sein, der zweite voll Wasser, der dritte voll Milch und der vierte voll Honig, gemäß jener Verkündung, die Moses zuteil wurde: «Ich werde dir ein Land geben, in dem Milch und Honig fließen.»

    Außerdem verspricht der Koran jedem Seligen 99 Jungfrauen zum himmlischen Genuß; und zu jeder Stunde erscheinen sie durch Gottes Wirken erneut als Jungfrauen ohne den geringsten Makel. Und das, so sagen die Gelehrten der Sarazenen, offenbarte der Engel Gabriel dem Propheten Muhammad.

    Als nämlich einmal eine feindliche Stadt erobert, besetzt und geplündert worden war und anschließend die Beute aufgeteilt wurde, da fiel dem Propheten Muhammad als Anteil genau diese Zahl von Jungfrauen zu, die er alle in der folgenden Nacht erkannte.

    Am nächsten Morgen unterhielten sich die Gefährten darüber, wie viele Mädchen jeder von ihnen erkannt hatte. Da sagte Muhammad:
    • „Ich habe zugunsten eurer Glückseligkeit alle die meinen erkannt, weil der Engel Gabriel neben mir stand und mir versicherte, daß jeder von euch im Paradies ebenso viele Jungfrauen als Geliebte besitzen wird.“
    Von solchen schauderhaften. von Teufeln und geistesgestörten Menschen erdachten Erfindungen und Irrlehren handelt das erwähnte Buch, wo es um den Sarazenen eigene Lehren geht. ...

    Auch waren alle Propheten heilig und gerecht; keiner war ein Wüstling, Trunkenbold, Mörder, Räuber und Tyrann, wie dieser, der alle Menschen zwang, ihn einen Propheten zu nennen oder durch sein Schwert zu sterben.

    Das sagen nämlich alle Sarazenen auf dieser Welt, daß der Glaube der Sarazenen – wenn man ihn überhaupt Glauben nennen soll und nicht Schrecken – sich durch nichts erhob und verbreitete, als durch die Kraft und die Grausamkeit des Schwertes Muhammads und durch das Schwert auch sein Ende finden muß.

    Wir kannst du also behaupten, Sarazene, dein Prophet Muhammad sei ein Prophet Gottes und seine Lehre stamme von Gott?

    Dann, wie kann dieses Buch «Lehre der Wahrheit» genannt werden, das von Maria, der Mutter Jesu Christi, an einer Stelle sagt, sie sei die Schwester des Aaron und die Tochter Amrams gewesen.

    Dieser Amram hatte drei Kinder von seiner Frau Jochebed: Moses, Aaron und Maria. Die Sarazenen wissen nun nicht, daß zwischen Maria, der Mutter des Herrn, und Maria, der Schwester des Moses, ein Unterschied besteht und zwischen beiden ein großer Zeitraum von etwa 2000 Jahren oder mehr liegt! Und so sagt der Koran, als ob er Maria, die Mutter Christi, nicht kenne, daß sie die Schwester des Moses sei oder gewesen sei.

    Sag mir auch, Sarazene, ob das Buch deines Propheten, oder vielmehr Utmãns, in sich irgendeine Wahrheit birgt. Sag, welche das sein soll? Denn in Wirklichkeit findet man, wenn man das ganze Buch aufmerksam liest, nichts vom wahren Glauben. ...

    Gegen diese schrecklichen Irrlehren müssen unsere Theologen und Rechtsgelehrten, Leute, die eifrig diskutieren und sich um alle Seelen bemühen, sich erheben; sie sollen ihren Pfeile schärfen und abschießen, den Sarazenen diese Irrlehren austreiben und die unglücklichen Seelen den Fallstricken des Teufels entreißen und im Netz Christi fangen und sie schließlich auf jede erdenkliche Weise in den Hafen des Seelenheils bringen.


Über die Lage der Sarazenen und über Muhammad, ihren falschen Propheten, über das Volk selbst und sein Gesetz
  • Daher, so sagt man übereinstimmend, sei besagtes Buch einer Krähe sehr ähnlich, die sich die verschiedenfarbigen Federn der übrigen Vögel borgte. Damit herausgeputzt besuchte sie eine Versammlung aller Vögel, auf der sie als ein himmlisch schöner Vogel angesehen wurde, der vom Himmel herabgestiegen sei.

    Als man aber entdeckte, daß er nur eine Krähe war, die sich mit fremden Federn geschmückt hatte, und als er seines Schmuckes beraubt war, rief er nur noch Gelächter hervor.

    Und so ist das vorgenannte Buch wie die schwarze Krähe, denn es enthält nichts von Muhammad, außer Schwärze und Häßlichkeit. Weil es aber durch Einfügung schöner und glänzender Zeugnisse aus  den heiligen Schriften ausgeschmückt wurde, scheit es göttlicher Herkunft zu sein und wird bewundert und gerühmt. ...

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Papst Calixtus III.
1378 bis 1458

Alonso de Borja, geboren am 31.12.1378 in Spanien, wurde 1455 im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt. Seine größte Sorge galt der Abwehr der islamischen Gefahr, die nach dem Fall Konstantinopels im Jahre 1453 täglich wuchs.

Kurz nach seiner Wahl erklärte Calixtus III. in einem feierlichen Manifest, das in hoher Auflage in allen christlichen Ländern verbreitet wurde:
  • Ich, Papst Calixt III., erkläre und schwöre, müßte ich auch mein eigenes Blut vergießen, nach Maßgabe meiner Kräfte und im Wettstreit mit meinen verehrungswürdigen Glaubensbrüdern, mein möglichstes zu tun, um Konstantinopel zurückzuerobern, das zur Strafe der Sünden der Menschheit eingenommen uns zerstört wurde vom Feind unseres gekreuzigten Herrn, von dem Teufelssohn Mehmet, dem Fürsten der Türken; mein möglichstes zu tun, um die Christen zu befreien, die in der Sklaverei schmachten, um wieder den rechten Glauben aufzurichten und um im Orient die teuflische Sekte des ruchlosen und niederträchtigen Mehmet zu vernichten ...

    Werde ich dein je vergessen, Jerusalem, so soll mir die rechte Hand erlahmen. So soll die Lähmung über die Zunge in meinen Mund kommen, wenn ich mich deiner nicht mehr erinnere, Jerusalem, wenn du nicht mehr Anbeginn meines Jubels bist. Gott stehe mir hilfreich zur Seite und sein Heiliges Evangelium! Amen.
Zusammen mit seinem Manifest ordnet Calixtus III. eine Sondersteuer an, den «Türkenzehnten», und läßt Kardinäle, Bischöfe und Priester zum Kreuzzug aufrufen. Die Ordenoberen der Augustiner verpflichtet er unter Androhung des Kirchenbannes, ihre Priester zur Kreuzzugspredigt anzuhalten.

Zu den Steuergeldern kam der Erlös aus dem Verkauf päpstlicher Wertgegenstände, von Ländereien und Schlössern. Selbst das silberne Tischgeschirr läßt er abräumen: „Nehmt das, nehmt mir das fort für die Türken. Irdenes Geschirr tut es mir genauso.“

Am 31. Mai 1456 befestigt Calixtus III. selber das Kreuz auf dem Rücken des Admirals der päpstlichen Flotte, Kardinal Luigi Skarampo.

Verraten und alleingelassen von allen Fürsten, die ihren Versprechungen, den Kreuzzug zu unterstützen, nicht hielten, klagt der Papst: „Überall Feiglinge, die die Gefahren fürchten“, läßt sich aber nicht entmutigen.

Seit Juni 1456 hatte Mehmet II. Belgrad eingeschlossen. Am 21. Juli können der Franziskaner, Wundertäter und Kreuzzugsprediger Johannes von Capestrano und Kardinal Juan Carvajal Belgrad befreien.
Ein Jahr später vernichtet der albanische Nationalheld Skanderberg die türkische Armee in Tomornitza.

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Papst Pius II.
1405 bis 1464

Silvio Enea, aus dem Adelsgeschlecht der Piccolomini, wurde am 18.10.1405 in Corsignano bei Siena geboren.

Als Papst Pius II. leitete er die Kirche von 1458 bis zu seinem Tod im Jahre 1464.

Hauptsorge seines Pontifikates war der Kampf gegen die Islamisierung Europas. Pius II. rief die christlichen Fürsten zum Widerstand auf und versuchte, sie für einen Kreuzzug zu gewinnen. Als ihm dies nicht gelang, plante er, selber das Heer anzuführen, starb aber, während sich die Flotte sammelte.

Schon vor dem Fall Konstantinopels 1453 hatte Silvio Enea die große islamische Gefahr für das christliche Abendland erkannt. In vielen Reden beschwor er die Fürsten, zu beraten, «wie man den Feinden des heiligen Kreuzes, den Widersachern Christi, Einhalt gebiete».

Seine erste Kreuzzugspredigt hielt Enea in Rom 1452 vor Papst Nikolaus V., dem deutschen Kaiser und dem König von Ungarn.

Nachdem er die traurige Lage des Heiligen Landes geschildert hat, klagt er:
  • Selbst an den Küsten von Italien machen die Barbaren häufig Einfälle und schleppen Christen fort. O über unsere entsetzliche Lässigkeit, o Zeiten, o Sitten! Welche Schmach!

    Größer ist der Eifer der Sarazenen in ihrem Unglauben als der unsrige im Glauben! Da die Kaiser noch Heiden waren und Götzenanbeter, wuchs die Zahl der Gläubigen von Tag zu Tag; nun, da die Kaiser, Könige und Herzoge Christen sind, ist Christi Anbetung, die schon fast den ganzen Erdkreis erfüllt hatte, in einen Winkel Europas zurückgedrängt. Afrika und Asien haben wir verloren, von Europa haben wir kaum noch die Hälfte inne. ...

    Es gibt sehr viele Leute, Heiliger Vater, welche, wenn sie das Wort «Kreuzzug» nennen hören, ausrufen: ‚Da haben wir wieder das Traumgebilde aus alter Zeit, den nie auszurottenden Wahnwitz, die alten und unhaltbaren Fabeleien!’ ...

    Aber wenn auch der Ausgang aller Kriege zweifelhaft ist, so darf man doch niemals einen Kampf ohne einigermaßen gesicherte Hoffnung auf den Sieg beginnen, damit man nicht, wie ein Wort des Augustus lautet, den Leuten gleicht, die mit goldenen Angelhaken fischen, bei denen die Einbuße höher als der Gewinn sein dürfte. In der Tat scheint es zunächst schwierig, die Christen, die unter sich uneins sind, und in offenem Haß gegeneinander entbrennen, zu einem einheitlichen Entschluß bezüglich eines Kreuzzuges zu bringen.

    Allein, was viele als einem Kreuzzug hinderlich ansehen, das fördert ihn vielmehr, wie der Kaiser in seiner weisen Einsicht urteilt. Denn wenn friedliche Ruhe die Christen gefesselt hielte, dann würde man die rastenden Fürsten und die in Untätigkeit erschlafften Völker umsonst aufbieten. Es würden sich keine kriegstauglichen Scharen finden; in ihrer Weichlichkeit würden sie vor dem Anblick des Eisens schaudern und weder Signalruf noch Trompetenschall zu ertragen vermögen.

    So wie aber jetzt die Verhältnisse liegen, dürften sich die im Kriege geübten Scharen aus freien Stücken anbieten; denn aus dem Kriegszustand läßt sich der Soldat zum Kriege leichter aufrufen als aus dem Zustand der Ruhe ...

    Wo gibt es Christen, die, wenn es einmal zu kämpfen gilt, nicht lieber gegen den äußeren Feind des Glaubens ziehen als gegen Landsleute?
    Vielleicht ist der Aufruf zum Kreuzzug der einzige Weg, die Christen zu versöhnen ...
Ein halbes Jahr später, am 29. Mai 1453, wurde Konstantinopel, ehemals Byzanz, das Bollwerk der Christenheit gegen den Islam, von den Türken erobert.

Noch im selben Jahr rief Papst Nikolaus V. mit einer Bulle die gesamte Christenheit zum Kreuzzug auf. Vom deutschen Kaiser war keine Hilfe zu erwarten. Friedrich III. hatte resigniert und am Rathaus in Aachen in goldenen Lettern anbringen lassen, was er zuvor dem Magistrat verkündete: „Unwiderrufliche Sachen tut man am besten vergessen“.

In einem Brief an einen Freund in Siena klagt Enea:
  • Geiz, Habsucht und Trägheit beherrschen alles. Und ihr glaubt, daß man mit solchen Eigenschaften die Heerscharen der Türken zugrunde richten könne?
In Frankfurt rief Enea die Deutschen zum Widerstand auf und preist das deutsche Volk als «ein Volk von Religion und Tapferkeit, selbständig im Denken, nicht leicht beeinflußbar, als biedere Männer, die Treue halten und denen die Ehre über alles geht».

Als seine Bemühungen keine Frucht bringen, schreibt Enea an den Bußprediger und Wundertäter, den heiligen Johannes von Capestrano:
  • Noch schwanken, wie ich sehe, die Gemüter der Fürsten, noch leben die Könige in ihrer Lauheit, die Völker in ihrer Gleichgültigkeit dahin. Der Fischerkahn, durch die großen Stürme hinausgeworfen, geht mitten im Meer beinah zugrunde ...

    Wie betäubt überlassen wir uns alle dem Sturm!

    Wir brauchen Deine Reden, Deinen Sporn, Dein Feuer; wir müssen aufgerüttelt, entflammt, getrieben werden; denn werden wir nicht mit Gewalt gezwungen Gutes zu tun, so denken wir aus eigenem Antrieb nicht an das allgemeine Beste; und möchten wir doch wenigstens aufgereizt noch einmal erwachen ...

    Denn das sind die drei gefährlichen Seuchen, die unseren Glauben dem Schwert der Türken zu unterwerfen drohen:
    • Die einen hält der Hochmut zurück; sie wollen niemandem gehorchen.
    • Die anderen sind in Federn groß geworden und in Lüsten gebadet; Trägheit hält sie daheim, sie können weder Hunger noch Durst noch Mühsal ertragen.
    • Wieder anderen genügt nicht, was sie besitzen; ihr einziges Streben ist, zu rauben und alles an sich zu ziehen, was auf der Erde und dem Meere ist. Nie handeln sie großartig und erhaben; jedes Geldstück drehen sie mehrmals in der Hand herum und glauben, immer schon viel zu tun.
In nur wenigen Monaten hatte der heilige Johannes ein Heer von mehreren zehntausend Deutschen, Ungarn, Siebenbürgen, Serben und Walachen zusammengepredigt. Er hatte die Kraft, Belgrad zu retten.

Schon einen Tag nach seiner Wahl zum Papst beginnt Pius II. mit der Vorbereitung eines Kongresses in der oberitalienischen Stadt Mantua. Er sollte am 1. Juni 1459 beginnen. Trotz sorgfältiger Einladungen war keiner der Geladenen angereist. Pius II. klagt in seiner Predigt am selben Tag:[/list][*] Wir sind voller Hoffnung hierher gekommen und müssen sie nun als eitel beklagen. Wir schämen uns, daß die Lauheit der Christen so groß ist ...

Beseelt uns nicht ein anderer Geist, so werden wir in kurzem untergehen![/list]Pius II. gibt nicht auf. Vier Monate lang schreibt er Briefe an die Fürsten Europas. Das Werk gelingt. Der Kongreß tagt im September 1459. Pius II. hält seine berühmt gewordene «Türkenrede» von über zwei Stunden:
  • Nicht unsere Väter, sondern  wir haben Konstantinopel, die Hauptstadt des Ostens, von den Türken erobern lassen, und während wir in träger Ruhe daheim sitzen, dringen die Waffen dieser Barbaren bis an die Donau und an die Save ...

    Um keiner Ursachen willen ergreifen die Christen die Waffen und schlagen blutige Schlachten. Gegen die Türken, die unseren Gott lästern, unsere Kirchen zerstören, den christlichen Glauben ganz auszurotten trachten, will niemand die Hand erheben ...

    Gebt diesen Glauben nur auf; Mohammed II. wird nie anders denn als Sieger oder gänzlich Besiegter die Waffen niederlegen. Jeder Sieg wird ihm die Stufe zu einer neuen sein, bis er nach Bezwingung aller Könige des Abendlandes das Evangelium Christi gestürzt und aller Welt das Gesetz seines falschen Propheten auferlegt haben wird ...

    O wenn sie jetzt da wären, Gottfried, Balduin, Eustach, Hugo, Boemund, Tankred und die anderen tapferen Männer, die einst Jerusalem, mitten durch die Scharen dringend, mit den Waffen wiedererobert haben! Wahrlich sie ließen Uns nicht so viele Worte machen; sie ständen auf und riefen, wie einst vor Urban II., Unserem Vorgänger, mit feuriger Stimme: „Gott will es!“ Ihr aber erwartet schweigend das Ende der Rede, und Unsere Ermahnungen scheinen euch nicht zu bewegen.

    Und vielleicht sind einige unter euch, die da sagen: „Dieser Papst spricht viel, um uns in die Schlacht zu schicken und unsere Leiber den Schwertern der Feinde vorzuwerfen; das ist Sitte der Priester: anderen bürden sie die schwersten Lasten auf, die sie selbst mit keinem Finger anrühren wollen.“

    Glaubt das nicht, meine Söhne! Niemand hat, soweit eure Väter denken, auf diesem Stuhl gesessen, der mehr für den Glauben Christi getan, als Wir mit eurer Hilfe und mit des Herrn Gnade tun wollen. ...

    O hätten wir noch jetzt die jugendlichen Kräfte von ehemals, so solltet ihr nicht ohne Uns in den Krieg gehen, nicht ohne Uns in die Gefahr.

    Wir selbst würden vor dem Feldzeichen einhergehen, Wir selbst würden das Kreuz des Herrn tragen, Wir selbst die Fahne Christi den ungläubigen Feinden entgegenhalten und Uns glücklich schätzen, für Jesus zu sterben.

    Und auch jetzt, wenn ihr es gut findet, werden Wir nicht verweigern, Unseren kranken Körper und unsere müde Seele Christus, dem Herrn, für diesen glückliche Zug zu weihen.
Der Kongreß beschließt den Krieg gegen die Türken als gerechten Verteidigungskrieg, da alle friedlichen Mittel erschöpft sind:

Zusammen mit Kardinal Nikolaus von Kues hatte Pius II. zuvor einen Brief vom Umfang eines Buches an den Sultan Mohammed II. gesandt mit der Bitte, zum Christentum überzutreten. Dieser Sultan zeigte dem Christentum gegenüber großes Interesse und ließ sich eine Zusammenfassung der christlichen Lehre anfertigen, erfüllte aber die Hoffnungen des Papstes nicht.

Weil dem Kongreß in Mantua so gut wie nichts folgte, Mohammed II. aber – entschlossen, Europa für den Islam zu gewinnen – die Christen weiter blutig herausforderte, reifte 1462 in Pius II. der Entschluß, sich selber als geistlicher Führer an die Spitze des Kreuzzuges zu stellen. Im geheimen Konsistorium 1463 trägt er ihn den Kardinälen vor:
  • Wer sollte seine Hilfe versagen, wenn der römische Bischof seinen eigenen Leib darbietet? ...

    Wir hoffen, daß die Kundgebung dieses Entschlusses wie ein mächtiger Donner die Völker aus dem Schlafe schrecken und die Gemüter der Gläubigen zum Schutz der Religion anfeuern wird.
Und er fügte hinzu, was ihm besonders auf der Seele brannte:
  • Wir werden den Krieg zu Wasser und zu Land mit Leichtigkeit führen, sobald es eine ausgemachte Sache ist, daß der Papst von Rom mit dem heiligen Senat auf geradem Weg das allgemeine Heil suchen und daß er kein fremdes Geld für sich begehrt, welcher nicht bloß sein eigenes Geld, sondern selbst seinen Körper für Christi Namen preisgeben will ...

    Wenn wir nicht dem Feind entgegenziehen, so ist es nach Unserer Meinung um die Religion geschehen, so werden wir unter den Türken leben ...

    Wir lebten in Freuden, sagen sie, sammelten Gelder, dienten der Hoffart, säßen auf fetten Eseln und edlen Rossen, schleppten die Fransen der Mäntel nach, gingen mit vollen Backen unter dem roten Hut und der weiten Kapuze durch die Stadt, hielten Hunde zur Jagd, schenkten viel an Schauspieler und Schmarotzer, nichts aber zur Verteidigung des Glaubens.

    Und das ist nicht völlig erlogen: es sind mehrere unter den Kardinälen, die es so treiben. Die Wahrheit zu sagen, der Luxus und das Gepränge unserer Kurie sind zu groß. Darum sind wir dem Volke so verhaßt, daß man nicht auf uns hört, auch wenn wir aufrichtig sprechen.

    Wie meint ihr nun, was ist in solcher Schmach zu tun? ...

    Enthaltsamkeit, Unschuld, Glaubenseifer, Glut der Religion, Verachtung des Todes, Sehnsucht nach dem Martyrium haben die römische Kirche über den ganzen Erdkreis erhoben.

    Sie kann sich nicht erhalten, wenn wir nicht unseren Vorgängern nachstreben, die das Reich der Kirche gegründet. Es genügt nicht, Bekenner zu sein, den Völkern zu predigen, auf die Laster zu donnern, die Tugenden in den Himmel zu erheben.

    Jenen müssen wir uns nähern, die für das Testament unseres Herrn ihre Leiber hingaben. Alles müssen wir für das Heil der uns anvertrauten Herde dulden. Und sollten wir auch das Leben hingeben ...

    Wenn dieser Weg die Christen nicht zum Kriege ladet, so wissen Wir keinen anderen. Wir verhehlen uns nicht, daß die Sache für Unser Alter bedenklich ist, daß Wir sozusagen dem sicheren Tod entgegengehen. Wir scheuen ihn nicht ...

    Wir meinen, es geschehe wohl mit Uns, wenn Gott gefallen sollte, daß Wir in Seinem Dienste Unsere Tage endigen ...

    Wir ziehen nicht aus um zu kämpfen, da Unser Körper gebrechlich ist und Wir das Priesteramt verwalten, dessen Amt es nicht ist, das Schwert zu tragen. ...

    Hoch auf dem Schiffe werden wir stehen oder auf einem Bergesgipfel; und die heilige Eucharistie, das heißt unseren Herrn Jesus Christus, vor Augen, werden Wir von ihm Heil und Sieg für unsere Kämpfenden erflehen ...

    So weihen Wir denn dieses graue Haupt und diesen schwachen Körper der Barmherzigkeit Gottes. Er wird unser eingedenk sein ...
Am 22. Oktober 1463 läßt Pius II. allen Christen durch eine Bulle verkünden:
  • Wenn du ein Mensch bist, so laß dich durch das menschliche Gefühl bestimmen, denen Hilfe zu bringen, die das Unwürdigste erdulden müssen; wenn du ein Christ bist, so gehorche der evangelischen Wahrheit, die dir befiehlt, den Bruder wie dich selbst zu lieben.

    Betrachte das Elend der Gläubigen, gegen welche die Türken wüten: Söhne sind aus den Armen der Väter, Kinder vom Schoß der Mütter gerissen, Gattinnen vor den Augen ihrer Männer entehrt, Jünglinge gleich dem Vieh vor die Pflugschar gespannt.

    Erbarme dich deiner Brüder, und wenn du dich ihrer nicht erbarmst, so erbarme dich deiner selbst; denn dir selbst kann ein ähnliches Los beschieden sein;  und wenn du dich derer nicht annimmst, die vor die wohnen, so werden dich auch die verlassen, die hinter die sind.

    Ihr Deutschen, die ihr den Ungarn nicht beisteht, hoffet nicht auf die Hilfe der Franzosen, und ihr Franzosen, rechnet nicht auf die Hilfe der Spanier, wofern ihr den Deutschen nicht helft. Mit dem Maß, womit ihr messet, wird man wieder messen!
Pius II. stirb nicht den Martyrertod. Geschwächt von jahrelangem Gicht- und Steinleiden, segelt er im Juni 1464 fiebernd nach Ancona, wo am 12. August die Kreuzfahrerflotte anlegt.

Am 15. August, am Fest Maria Himmelfahrt, stirbt Pius II.
Eines seiner letzten Worte ist:
  • Wehe euch, wehe euch, wenn ihr die Sache Gottes versäumt!
Der Kreuzzug kam nicht zustande. Die Flotte kehrt nach Venedig zurück.

Erst im 17. Jahrhundert können die Türken am Kahlenberg bei Wien entscheidend geschlagen werden.

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Nikolaus von Kues
1401 bis 1464

Nikolaus, 1401 in Kues an der Mosel geboren, war Jurist, Philosoph, Astronom, Geograph, Mathematiker, Kardinal und Päpstlicher Legat bei den Reichstagen.

Sein Werk Cribratio Alkorani – Sichtung des Koran schrieb er 1460. Mit dieser Schrift wollte er über den Islam informieren, vor allem aber die Muslime missionieren, indem er den Koran auf Gesprächshilfen untersuchte, die Muslimen eine Brücke zur wahren Religion des Christentums bauen könnten.

Die islamische Lehre nennt Nikolaus
  • Phantastereien, die aus böser Absicht hervorgegangen sind, da Mohammed nicht die Ehre Gottes und das Heil der Menschen suchte, sondern seine eigene Ehre ...

    Mohammed verstößt blindlings gegen die Gebote Gottes, wenn er Christus in den Christen verfolgt und das Ziel des Koran ist die eigene Erhöhung.
Nikolaus teilt seine Cribratio Alkorani in drei Bücher:
  • Im ersten Buch stellt er heraus, daß der verständige Muslim die Gottheit Christi und die Trinität Gottes aus dem Koran erkennen kann.
  • Im zweiten Buch entwickelt er die christliche Erlösungslehre.
  • Im dritten Buch deckt er zahlreiche Widersprüche des Koran auf.
Den Büchern fügt Nikolaus zwei Briefe hinzu, einen an den Sultan von Babylon und einen an den Kalifen von Bagdad. Am Ende des ersten Briefes fordert er den Sultan leidenschaftlich auf:
  • Kommen muß die Zeit, wo nur der Glaube Christi besteht. Mache du den Anfang zum Übertritt, und es folgen dir alle Fürsten jener Sekte. Dann wird man sagen: Siehe, Gott hat Böses zugelassen, damit Gutes daraus hervorgehe. Der Glaube des Evangeliums war allenthalben von den orientalischen Götzendienern verachtet; da kam das arabische Gesetzbuch, scheinbar abgeneigt jenem beizustimmen, und führte die Araber zur Anbetung des Einen Gottes, jedoch mit heimlicher Billigung des Evangeliums. Jetzt gefällt es Gott, daß das so bestätigte Evangelium, das jedoch noch von vielen Torheiten des Korans überdeckt ist, ans Tageslicht hervorkomme. So werden die, welche anfangs den stärksten Widerstand leisteten, vom arabischen Glauben zum Evangelium geführt werden zur Ehre des großen Gottes, des Königs der Könige, des Schöpfers und Herrn der Welt.


Aus dem 1. Buch:
  • Im Buch (Koran) selbst steht im ersten Kapitel folgendes: „Jeder Gegner Gabriels, der durch den Schöpfer dieses Buch deinem Herzen eingibt, und es nach göttlicher Vorschrift dir in die Hände gegeben hat“ usw.

    Dies sollen Worte Gottes an Muhammad sein, und derselbe Satz wird sehr oft in dem Buch wiederholt, wonach allein Gott, der Schöpfer, Urheber des Buches ist. Doch wie die klügeren Araber und die authentischen Geschichtsdarstellungen sagen, und wie es auch das Buch selbst und sein Name Koran zeigen, ist es eine Sammlung gewisser Vorschriften, die als solche keineswegs auf den wahren Gott zurückgeführt werden kann ...

    Ein anderer als der wahre Gott wird daher sein Urheber sein; und das kann nur der «Gott dieser Welt» sein. Dieser «Gott» nämlich ist es, der «den Sinn der Ungläubigen verblendet, damit ihnen nicht erstrahle das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, der da ist das Bild Gottes», des Unsichtbaren; weil ihnen das Evangelium verschlossen ist, gehen sie verloren, wie der Apostel an die Korinther schreibt.

    Dieser «Gott» oder «Fürst dieser Welt», der ein «Lügner ist von Anbeginn», hat durch einen seiner Engel, der die Gestalt des Lichtes und vielleicht den Namen Gabriel annahm, den verlogenen Koran zusammengestellt; dabei bediente er sich vor allem Muhammads und seiner Nachfolger. Jenen fand er hierfür am geeignetsten, war er doch ein Heide und Venusverehrer, jemand, der alles, was von dieser Welt ist, begehrte; ihm stellte er häretische Christen und böswillige Juden als geeignete Ratgeber zur Seite.

    So wissen es zuverlässige Quellen bei den Arabern zu berichten. Und wenn der Koran auch viele Stellen zum Lob der Thora und des Evangeliums sowie der Propheten Abraham, Moses und vor allem Jesus Christus, des Sohnes der Jungfrau Maria, zu enthalten scheint, so wird man dennoch davon ausgehen können, daß diese Lobhudeleien vielmehr ein Täuschungsmanöver sind, widerspricht er doch all dem, was dem wahren Heil dient, wie weiter unten klar werden wird ...

    Diejenigen, die durch Gottes Gnade die Vollkommenheit erlangt haben, bemerken, daß der Koran unter dem Vorwand der Ausrottung des Heidentums [die Behauptung] aufstellt, Christus sei weder Gottes Sohn gewesen noch sei er gekreuzigt worden, und daß dieser Zusatz offenbar die Intention des ganzen Buches ist, nämlich davon zu überzeugen, daß Christus, das heißt der Messias, weder Gottes Sohn gewesen noch gekreuzigt worden sei; denn allein der Glaube daran, daß Christus tatsächlich der Sohn Gottes ist und tatsächlich den Kreuzestod erlitten hat, vermag den Teufel und die Welt zu überwinden; er allein ist der wahre und vollkommene Glaube, und keiner außer ihm kann dem Teufel widerstehen und dem Gläubigen Sieg und unsterbliches Leben im geistigen und unvergänglichen Himmelreich verleihen.

    Daher versucht der Satan auf diese Weise den Glauben an das Evangelium gänzlich auszurotten. So sehen wir, daß schon viele christliche Gebiete vom wahren Glauben an Christus abgefallen sind und das Gesetz der Araber angenommen haben.

    Wir wissen aber sowohl aus dem Evangelium als auch aus dem Koran, daß Muhammad nicht die Übermacht gewinnen kann, sondern daß Christus am Ende siegt ...

    Den Einsichtigen also, jenen nämlich, die sich vom Geist Christi leiten lassen, scheint der Glanz des Evangeliums im Koran auf, auch wenn sein Verfasser es nicht so wollte, nicht aber dem unsteten Muhammad selbst und jenen Antichristen, die diese Welt der zukünftigen vorziehen und nichts für gut erachten, was nicht dieser Welt und ihren eigenen Begierden entspricht.

    Diese Leute meinen, Gott als der Urheber des Korans, bestätige ihre verdorbenen Wünsche, wobei sie nicht beachten, daß nichts im Koran wahr sein kann, was dem Evangelium widerspricht.

Aus dem 2. Buch:
    Nachdem ich also dies alles gelesen hatte, da mußte ich darüber staunen, daß der Koran so oft über Mädchen und ihre Brüste und über schweinischen Beischlaf im Paradies spricht, wobei es obendrein im 87. Kapitel heißt, dies sei die schönste Belohnung Gottes für die Gläubigen, und da schämte ich mich, derart Schmutziges zu lesen, und sagte bei mir:
      Wenn Muhammad dieses Buch, das voller Schmutz ist, Gott zuschreibt oder aber es selbst geschrieben hat und Gott die Urheberschaft zuweist, dann muß ich mich wundern, daß weise, keusche und tugendhafte Araber, Mauren, Ägypter, Perser, Afrikaner und Türken, von denen man sagt, daß sie diesem Gesetz folgen, Muhammad für einen Propheten halten können, dessen Lebenswandel doch niemand nacheifern kann, der nach dem Himmelreich verlangt, wo man nicht heiratet, sondern den Engeln gleich ist, wie Christus gelehrt hat.
    Denn niemand sagt so schmutzige Dinge in so schmutziger Art und Weise, der nicht selbst voll von solchem Schmutz ist, denn «wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund».

    Daß dem wirklich so ist, erhellt aus dem 42. Kapitel, wo Muhammad sagt, Gott habe ihm sogar Umgang mit Frauen erlaubt, der anderen nach dem Schlußteil des 7. Korankapitels verboten war, ja er habe ihm überhaupt Umgang mit allen Frauen erlaubt, die dazu bereit waren; auch habe er ihm geboten, den von ihm [Gott] erlaubten Schwur, nicht mit der jakobitischen Christin Maria Ehebruch zu treiben, aufzuheben, wovon er am Anfang des 75. Kapitels spricht, was im Widerspruch steht zu dem, was er anderswo über die Verurteilung der Ehebrecher und Meineidigen sagt. Er selbst nämlich behauptet im 77. Kapitel, daß die Meineidigen, die, nur um ihre Haut zu retten, geschworen hätten, verdammt seien.

    Daß er sich nicht scheut, Gott zu lästern, indem er ihm zuschreibt, einen Meineid angeordnet zu haben, damit er fortgesetzt Ehebruch treiben konnte!?

    Als Beleg dafür kann auch vieles angeführt werden, was er in Bezug auf ihre Frauen erlaubt hat, wie jene Stelle im 3. Kapitel:
    • „Bereitet euch die Frauen, die euch untergeben sind, ganz so, wie immer und wo immer ihr wollt.“
    Und im 8. Kapitel erlaubt er so viele Frauen, wie ein jeder unter dem Joch oder in Zucht halten kann ...

    Wenn jenes Licht aber fehlt, das von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt, damit, wer mir nachfolgt, nicht in Finsternis wandle, dann ist alles, was gesagt und geschrieben wird, unklar, verworren, dunkel, tödlich und der vernunftbegabten Natur widerwärtig, mag es auch dem Tierischen und Animalischen, das von dieser sinnlichen Welt ist, schmackhaft erscheinen.


Aus dem 3. Buch:
    Gott sagt, was Muhammad selbst sich zu sagen scheint; er ist das Bindeglied zwischen Muhammad und seinen Frauen, er leistet glühendem Verlangen nach schmutziger Lust Sklavendienste, wenn er, um Muhammad willfährig zu sein, ihn deswegen von einem zuvor erlaubten Schwur, von Gesetzen und Versprechungen dispensiert und so Schande, Schuld und Sünde auf sich nimmt, damit Muhammad selbst nicht den Ruf und Ansehen verliere.

    Da sieht man, wie Muhammad Gott zu seinem Sklaven macht! Dies kann man von allen Seiten belegen ...

    Der Gott des Koran ist also nicht jener große Gott, an den zu glauben jedes vernunftbegabte Geschöpf gehalten ist, - ist er doch der Schöpfer aller Dinge -, sondern dein eigener Gott, der durch dich das sagt, was du erfindest. Alles also, was sich als Wort Gottes im Koran findet, ist – ob wahr oder falsch – allein der Erfindung Muhammads zuzuschreiben ...
Nikolaus greift Muhammad an:
    Die Christen waren schon dir da, und Christus besaß in seinen Gläubigen einen großen Teil dieser Welt dadurch, daß unzählige Märtyrer Gott ihren unverbrüchlichen Gehorsam bis zum Tod bezeugten.

    Warum verfolgen deine Anhänger Christus, um ihm das Volk, das er sich erworben hat, abspenstig zum machen? ...

    Du aber scheinst mir, Muhammad, unter dem Deckmantel der Religion Macht und Herrschaft erstrebt zu haben; denn alles löst du mit dem Schwert, und mit dem Schwert strebst du danach, mindestens in den Genuß von Tributzahlungen zu kommen.

    Zunächst warst du davon überzeugt, daß jeder durch sein eigenes Gesetz gerettet werden könne, und daß Gott die Standfestigkeit der Gläubigen liebe, keineswegs aber die Wankelmütigen. Dann aber greifst du zum Schwert, als ob du diejenigen zur Wankelmütigkeit treiben wolltest, die du zuvor veranlaßt hattest, standhaft zu bleiben, läßt ihnen aber nur die Wahl, entweder zu konvertieren oder Tribut zu entrichten.

    Wer sieht da nicht, daß das Ziel deiner Religion und der Eifer im rituellen Vollzug deines Gesetzes nur dahin geht, daß du herrschen kannst? Denn wer könnte durch Entrichtung von Tribut Gott und dich zufriedenstellen?

    Deine Absicht war keine andere als die, mit Hilfe Gottes und der Religion emporzukommen. Niemals hast du für wahr gehalten, was du als Gottes Gebote ausgibst, da du sie nicht gehalten hast.

(Index)


Papst Hadrian VI.
1459 bis 1523

Hadrian wurde 1459 in Utrecht geboren, das damals zum Habsburger Reich gehörte. Er war der letzte deutsche Papst. Verkannt und verachtet konnte sein heiligmäßiges Wirken erst durch Forschungen des 19. Jahrhundert bestätigt werden.

Hadrian war Erzieher Karls V. und der Königinnen von Frankreich, Portugal und Ungarn-Böhmen. In seine kurze Regentschaft fielen politische Ereignisse von weltweiter Bedeutung.

Seine Rede, die er am 1. September 1522 in seinem ersten Konsistorium hielt, nennt als Hauptanliegen die Reform der römischen Kurie und die Einigung der christlichen Fürsten zur Bekämpfung der Türken.

Sultan Suleiman II hatte 1521 Belgrad erobert und bot alles auf, auch die Insel Rhodos, das letzte Bollwerk der Christenheit im Süden, unter seine Macht zu bekommen. Hadrian ruft auf zum Widerstand. Am 16. Oktober schreibt er an Karl V.:
  • Wir sind äußerst erstaunt, daß der König von England darauf besteht, mit dem König von Frankreich weder Frieden noch Waffenstillstand zu wollen, während die ganze Christenheit, vor allem das Königreich Ungarn, die Insel Rhodos und mehrere andere Gebiete der Christenheit, sogar die Königreiche Neapel und Sizilien, so großer Gefahr ausgesetzt sind infolge der Zwistigkeiten, die seit so langer Zeit zwischen euch bestehen, die Ihr die Häupter derselben Christenheit seid, Zwistigkeiten, durch die der furchtbare türkische Tyrann eine mächtigere Hilfe findet, als wenn wir ihm eine Armee von vielen tausend Mann zur Verfügung stellten ...

    Wahrlich, die Makkabäer verteidigen ihre Religion mit einem anderen Eifer, einer anderen Glut als wir, in denen, wie es scheint, nichts mehr als nur der Name von Christen noch übrig ist und sehr wenig von der Tugend, die dieser Name fordert; denn wir sind mehr darum besorgt, an unseren eigenen Feinden Rache zu üben, als an denen Gottes und Seines heiligen Glaubens, und bringen, um die ganze zeitliche Begierde zu erfüllen, die ganze Christenheit in die Gefahr des Untergangs.
Hadrian blieb erfolglos. Rhodos, von den Johannitern tapfer verteidigt, fiel 1522 in die Hände der Muslime. Als der venetianische Gesandte die Nachricht Hadrian überbringt, bricht dieser in Tränen aus: „Ich würde zufriedener sterben, wenn ich die Fürsten zum Widerstand geeint hätte.“

Den Kardinälen erklärt er, daß nunmehr alle Einkünfte ausschließlich zum Schutz der Christenheit verwendet, alle Werte verkauft werden müßten und er sich notfalls mit einer „linnenen Mitra“ begnügen wolle.

Als die Türken sich rüsten, gegen Rom zu marschieren und viele Römer bereits ihre Flucht vorbereiteten, schreibt Hadrian an Kaiser Karl V.:
  • Wehe den Fürsten, wenn sie ihre von Gott empfangene Herrschaft nicht zu Seinem Ruhm und zur Verteidigung des auserwählten Volkes, sondern zu gegenseitigem Verderben mißbrauchen.
Mit seiner Bulle vom 11. März 1523 legt Hadrian dem gesamten Klerus und allen Beamten des Kirchenstaates für zwei Jahre eine Sondersteuer, den «Türkenzehnten», auf. Mit diesen Geldern hoffte er, eine schlagkräftige Armee aufstellen zu können.

Die Römer widersetzten sich der Steuer, die Pest bricht aus. Hadrian stirb im zweiten Jahr seines Pontifikates, am 14. Oktober 1523, nachdem er verfügt hatte, all sein privates Eigentum den Armen zu schenken und für sein Begräbnis nicht mehr als 25 Dukaten auszugeben.

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Der heilige Papst Pius V.
1504 bis 1572

Pius V. regierte die Kirche von 1566 bis 1572. Hauptsorge seines Pontifikates war die Abwendung der «Türkengefahr», die im Jahre 1570 mit der Eroberung Zyperns des letzten christlichen Stützpunktes im Mittelmeer, die Christenheit bedrohte.

Unermüdlich und in zähen Verhandlungen bemühte sich Pius V., alle europäischen Staaten zu einer Liga gegen die türkischen Eroberer zu einen. Vergebens, weil – so der Kommentar des Historikers Ludwig Freiherr von Pastor:
  • „... nur der Heilige Stuhl volles Verständnis für die der Christenheit und der abendländischen Zivilisation drohende Gefahr hatte und wirklich selbstlose Politik verfolgte, indem er mit größtem Eifer die Liga betrieb.“
Im Mai 1571 gelang es Pius V. wenigstens Spanien und Venedig zu gewinnen. Am 7. Oktober 1571 konnte die türkische Mittelmeerflotte von dieser Liga bei Lepanto geschlagen werden.

Neben seinen politischen Bemühungen hatte der Papst, der die irdischen Schlachten als übernatürlichen Kampf des Halbmondes gegen das Kreuz begriff, die gesamte Christenheit zu einem Gebetssturm mit dem Rosenkranz aufgerufen, selber drei Tage in der Woche gefastet, viele Stunden Tag und Nacht gebetet die Klöster zu außerordentlichen Gebeten verpflichtet, Bittprozessionen gehalten, den Kardinälen einen Fasttag in der Woche verordnet und sich selber strenge Bußübungen auferlegt, um die Hilfe Gottes zu erflehen.

  • Die ältesten Biographen des Papstes, Catena und Gabutius, berichten, daß in der Stunde der Entscheidungsschlacht bei Lepanto Pius V. Verhandlungen mit seinem Schatzmeister B. Bussoti plötzlich unterbrach, ans Fenster eilte, dort lange versunken stehen blieb und dann ausrief:
    • „Jetzt ist keine Zeit mehr zu Geschäften; eilet, dem Herrn zu danken, denn unsere Armada hat in dieser Stunde über die Türken gesiegt!“
Nach der Siegesmeldung dankte der Papst Gott unter Tränen: „Nun entlässest Du Deinen Diener in Frieden.“

Pius V. läßt eine Gedenkmünze prägen, mit dem Psalmwort: Die Rechte des Herrn hat Großes getan, vom Herrn ist das geschehen.

Der venezianische Senat setzte zum Dank an Maria unter das Schlachtenbild am Dogenpalst die Worte: Weder Macht und Waffen noch Führer, sondern Maria vom Rosenkranz hat uns zum Sieg verholfen.

Viele Städte nahmen das Bild «Maria auf dem Halbmond stehend» (Apk 12,1) in ihr Wappen auf.

Weil die türkische Flotte am 7. Oktober 1571 geschlagen worden war, ordnete Pius V. für diesen Tag alljährlich ein Dankfest an zu Ehren unserer lieben Frau vom Siege. Sein Nachfolger Gregor XIII. wandelte dieses Fest um in das Rosenkranzfest.

Im Jahre 1712 wurde Pius V. heiliggesprochen.

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Papstschreiben an Sultane und Emire

Seit Papst Alexander III. (12. Jahrhundert) erkannten viele Päpste ihre heilige Pflicht, durch offizielle Schreiben an die islamischen Herrscher ihrer Zeit die Christen zu schützen und die Muslime zur Bekehrung aufzurufen:


    Im Jahre 1219 bittet Papst Honorius III. den Sultan von Marokko dringend, die Christen nicht an der Ausübung ihrer religiösen Pflichten zu hindern. Der Sultan zwang zum Beispiel Christen, an ihren Fasttagen Fleisch zu essen.


    Im Jahre 1233 ließ Papst Gregor IX den Sultanen von Damaskus, Ikonium, Aleppo, Marokko und Bagdad ein Schreiben überbringen, in dem er kurz die christliche Heilslehre darstellt, verbunden mit einer Einladung, den christlichen Glauben anzunehmen.

    Der Papst erklärt zum Beispiel dem Sultan von Marokko, er sende Mönche zu ihm um ihn zur Erkenntnis des wahren Lichtes und zur Teilnahme an unserer Hoffnung einzuladen. Er möge die Mönche als Seelenärzte betrachten, ihnen die gebührende Ehre erweisen und sie als Verkünder der rechten Wahrheit hören. Der Messias habe durch Wunder seine Göttlichkeit bewiesen und sei für das Heil der Welt gekreuzigt worden.

    Die Päpste hätten als Nachfolger Petri die Verantwortung für das Heil aller Völker. Würden die Muslime die durch so viele Wunder bestätigte Lehre nicht annehmen, gäbe es für sie am Tage des Gerichtes keine Entschuldigung. Der Sultan möge seinem Volk mit gutem Beuspiel vorangehen.


    Im Jahre 1246 schreibt Innozenz IV. an den Sultan El Murtada von Marokko die Bitte, den christlichen Glauben anzunehmen und die Christen zu schützen.
    Vier Jahre später antwortet der Sultan, er wolle nichts mit Trinitariern, Götzendienern und Atheisten gemein haben. Er könne nicht begreifen, wie Allah einen Sohn haben und Vater heißen könne.
In der Regel beantworteten die muslimischen Herrscher die Papstschreiben mit höflicher Überlegenheit, indem sie die Vorzüge des Islam priesen und ihn als dem Christentum überlegen erklärten. Belehrungen der Päpste würden sich also erübrigen.

Alle Papstschreiben blieben ohne Erfolg. Die Höflichkeit der Sultane war immer politisch und wirtschaftlich motiviert.

Versprachen sie sich Vorteile oder Hilfe von den Christen in politischen Auseinandersetzungen, antworteten sie mit geheuchelter Freundlichkeit. Waren sie in starker Position, zeigten sie stolz ihre Intoleranz bis zu grausamer Verfolgung.

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Der heilige Papst Pius X.
1835 bis 1914

Die katholische Lehre zeigt uns aber, daß die erste Pflicht der Nächstenliebe nicht in der Toleranz gegenüber irrigen Überzeugungen besteht, so aufgrichtig dieselben auch sein mögen, auch nicht in der theoretischen oder praktischen Indifferenz gegenüber dem Irrtum und dem Laster, wohin wir unsere Brüder gestürzt sehen, sondern sie besteht in dem Eifer, sie geistig und moralisch zu bessern, nicht weniger als in der Sorge für ihr materielles Wohlergehen.

Die gleiche katholische Lehre zeigt uns auch, daß die Quelle der Nächstenliebe sich in der Liebe zu Gott befindet, dem gemeinsamen Vater und gemeinsamen Ziel der ganzen Menschheitsfamilie, und in der Liebe zu Jesus Christus, dessen Glieder wir in einer Weise sind, daß die Hilfe für einen Unglücklichen, eine Jesus Christus selbst erwiesene Wohltat ist. Jede andere Liebe ist eine Illusion oder ein unfruchtbares vergängliches Gefühl.


Die einen sagen es etwas dunkel, andere verfechten es völlig offen: alle Religionen seien wahr ...

Ganz besonders bestürzend ist es, daß es Katholiken und Priester geben kann, welche - so wollen Wir zu ihren Gunsten lieber annehmen - solche Ungeheuerlichkeiten zwar verabscheuen, welche aber doch so handeln, als fänden dieselben ihre volle Billigung.

Denn die Lehrer dieser Irrtümer werden von ihnen derartig gelobt, und sie erweisen ihnen öffentlich derartige Ehren, daß man leicht zur Ansicht kommen könnte, die Anerkennung gelte weniger den Männern, die ja in irgendeinem Teilbereich nicht ohne persönliche Verdienste sein mögen, als vielmehr den Irrtümern, die sie sich offen zu eigen machen und mit aller Kraft unter das Volk zu bringen suchen.

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