Religion und die Kirche als Institution bestimmten Jahrhunderte lang das Leben der Menschen. Gerade in Deutschland und Europa hat sich dies seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts enorm gewandelt. Der Mitgliederverlust der Kirchen – egal ob evangelisch oder katholisch – ist dramatisch. Viele Gemeinden haben auch keinen eigenen Seelsorger mehr, sondern teilen sich mit den Nachbargemeinden einen Pfarrer.

Moralischer Verfall

Die Kirche hat immer mehr Probleme, ihre eigenen Werte vorzuleben. Auf evangelischer Seite sei an das schlechte Vorbild von Frau Käsmann gedacht, auf katholischer Seite an die Missbrauchsfälle. In der Öffentlichkeit und den Medien werden die Kirchen oftmals als rückwärtsgewandt und heuchlerisch denunziert. Die evangelische Kirche hat bisher immer wieder mit Anpassungen auf diese weltlichen Forderungen nach zeitgemäßen Formen des Christentums reagiert, wohingegen die katholische Kirche auf den traditionellen Formen beharrt. Der Mitgliederschwund ist in beiden Kirchen eingetreten.

Ein Ausblick

Wie wird sich die Zukunft der Kirchen denn nun gestalten? Der Papst selbst hat für seine katholische Kirche schwere Zeiten vorausgesagt: Die Katholiken in Deutschland und Europa werden auf einen festen Kern zusammenschmelzen – mit allem, was zu einem Niedergang dazugehört wie beispielsweise Kirchenschließungen. Die katholische Kirche hat aber noch ein Ass im Ärmel. Sie hat viele neue Mitglieder in Afrika und Asien gefunden. Die Protestanten hingegen haben zusätzlich das Problem, dass es sehr viele, nicht einheitliche evangelische und evangelikale Richtungen gibt.