Wer das erste Mal nach Erl in Tirol kommt, wird sich vielleicht zunächst ein wenig wundern. Denn dieser kleine Ort, der auf den ersten Blick wie ein Dorf mit vielen Bauernhäusern inmitten idyllischer Landschaften liegt, hat weitaus mehr zu bieten. Denn hier werden unter anderem Festspiele von überregionaler Bedeutung ausgetragen: Die Tiroler Festspiele und auch die berühmten Passionsspiele von Erl.

Die Geschichte der Passionsspiele
Letztere gibt es sogar seit rund 400 Jahren. Denn seinerzeit – im 17. Jahrhundert – hatten die Einwohner genug von der Zerstörungswut, die während zahlreicher Kriege und Kämpfe den Ort immer wieder verwüstete. Man leistete einen Eide: Bliebe Erl von der neuerlichen Zerstörung verschont, wollte man die Passion Christi zur Aufführung bringen – und zwar in regelmäßigen Abständen von jeweils sechs Jahren. Der Wunsch der Einwohner erfüllte sich und sie leisten seitdem ihren Teil der „Vereinbarung“.

Der Ort für die Festspiele
Sowohl die Tiroler Festspiele als auch die Passionsspiele werden heute in einem eigens für diesen Zweck erbauten Winterfestspielhaus aufgeführt. Bei der Konzeption wurden alle Anforderungen moderner Inszenierungen berücksichtigt.